Stadtwette und Programm

Das Gänselieselfest geht wieder mit einer Stadtwette einher. Bis zum 11. Oktober nimmt das Tourismusbüro Arneburg, Telefon 039321/51817, dafür noch Vorschläge entgegen, dem Gewinner winkt ein Präsent. Im vergangenen Jahr wettete der Stadtrat darauf, dass es die Arneburger Theatergruppe nicht schafft, in knapp vier Stunden das Stück „Die goldene Gans“ einzustudieren und zur Aufführung zu bringen. Doch sie schaffte es, samt Kostümierung und Co. Und das ist in Wahrheit auch so gewollt: Denn 480 Euro, die Aufwandsentschädigung eines Monats von fast allen Stadträten, gingen so als Spende für den guten Zweck auf das Konto der Theatergruppe.

Sonnabend, 20. Oktober:

14.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung des Rassegeflügelzuchtvereins Arneburg und Umgebung durch den Bürgermeister,

erwartet werden 220 Tiere von rund 25 Händlern

19 Uhr Beginn Fackelumzug an der Kita gen Stadthalle mit Arneburger Blasmusikanten

Ab 21 Uhr Tanz mit DJ Kotte

Sonntag, 21. Oktober:

11 Uhr Festumzug (Start an der Schule)

Programm in der Stadthalle: Aufführung der Kita, Kürung der Gänselieselpaare, Bekanntgabe und Einlösen der Stadtwette,

Clown, Shantychor aus Magdeburg, Mobile Polizei, Händler

Verpflegung: Kaffee und Kuchen, Fisch, Eis, Hähnchengrill

Hassel/Arneburg l Der Züchter kennt kein Pardon und die Züchterin auch nicht. „Jungtiere mit Ansatz zur Wamme kommen in die Pfanne“, sagt Liselotte Schulze. Und das habe seinen Grund. Schließlich gelte es, „das Zuchtziel zu erhalten“. Die Wamme als Ausbuchtung am Bauch der Celler Gänse wird nur als Legewamme toleriert. Dazu muss der Saum gut ausgebildet sein, der Kopf schön rund, das Gefider die richtige braune Färbung aufweisen. Nicht zu hell, nicht zu dunkel.

Mit den Celler Gänsen, die Liselotte Schulze auf Hasseler Grund züchtet, knüpft sie auf besondere Weise eine Verbindung in ihre frühere Heimat nahe Celle. Ihr Großvater habe die Rasse damals aus der Fehlfarbe einer anderen Rasse herausgezüchtet. „Meines Wissens ist die Celler Gans die einzige Rasse, die nach dem Zweiten Weltkrieg zugelassen wurde.“ Das Faible zur Gänsezucht wurde vom Großvater über Liselotte Schulzes Mutter auf sie selbst weitervererbt. Als die Eltern kürzlich mit der Zucht aufhörten, kam ihr letztes Paar nach Hassel. Wie passend, denn die Gans ist eine große Nummer im benachbarten Arneburg. Immerhin wird am 20. bis 21. Oktober das nunmehr 27. Gänselieselfest gefeiert. Die Tradition wurde nach der Wende wieder aufgenommen. Das Fest erinnert liebevoll daran, dass Kinder früher auf den Elbwiesen Gänse hüteten. Zum zweitägigen Festprogramm gehört auch die Kürung von Gänselieselpaaren, einem aus der Kita und einem aus der Grundschule. Das hat lange gut funktioniert, aber in den letzten Jahren kamen immer weniger hübsch verkleidete Kinder mit dem Festumzug mit. Zur Wahl für das Kita-Paar waren es 2017 zwei Jungs und sechs Mädchen, für das Schul-Paar zwei Jungs und fünf Mädchen. Evelyn Jordan, Leiterin des Tourismusbüros, erinnert sich an Zeiten, da die Jury aus insgesamt 70 bis 80 Kindern die Paare kürte. „Das ist alles im Wandel, ich finde das sehr schade.“ Gemeinsam mit dem Schulelternrat sollte kürzlich im Kulturausschuss darüber gesprochen werden, was aber wegen Krankheit ausfiel. Da sich die Kinder nicht anmelden, sondern hoffentlich verkleidet beim Festumzug mitlaufen, um sich dann – hoffentlich – in der Stadthalle zur Wahl zu stellen, bleibe die schöne Kürung abermals ein bisschen „Russisch Rouelette“.

Das kann sich Liselotte Schulze, die Mitglied im Arneburger Rassegeflügelzuchtverein ist, nicht erlauben – keine Zucht ohne bewusste Selektion. Ihre Celler Gänse, die ausgeschlachtet „nur“ ein Gewicht von drei bis vier Kilogramm haben, würden aber zum Glück hervorragend schmecken. „Das Fleisch ist wunderbar zart.“

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