Osterburg l Eines der Wahrzeichen der Biesestadt ist nicht mehr komplett: Der seit fast sieben Jahrzehnten zu Osterburg gehörende Neptun mit seinem Brunnen wurde Opfer von Kriminellen. Dem Meeresgott aus dem weltbekannten Carrara-Marmor fehlt der Dreizack.

Das Ensemble auf dem Kleinen Markt mit St. Nicolai, dem Rathaus, dem Ratskeller, anderen Fachwerkhäuschen und eben dem Neptun-Brunnen ist wohl der markanteste Bereich und Stolz der Stadt an der Biese. Nicht nur deswegen ärgert es Bürgermeister Nico Schulz und die Einwohner, dass der römische Gott Neptun einen wichtigen Teil hergeben musste. Ende der vergangenen Woche wurde der Schaden festgestellt, der natürlich wieder behoben werden soll. „Wir haben einen Patenschaftsvertrag mit den Stadtwerken“, sagte der Bürgermeister. Die Stadtwerke kümmern sich demnach um den Brunnen, säubern ihn und machen ihn beispielsweise auch winterfest. Nach Aussage von Nico Schulz prüft die 100-prozentige Tochter der Hansestadt, ob noch ein Dreizack vorrätig ist. Schulz ließ keinen Zweifel daran, dass der Verlust ersetzt werden muss. Notfalls werde die Stadt handeln und eine Stichwaffe für Neptun in Auftrag geben.

Osterburg und der Meeresgott - beide sind rund 70 Jahre untrennbar verbunden. In der Altmark hingegen ist Neptun schon etwas länger. Am 28. November 1912, so steht es in der Altmärkischen Zeitung von Th. Schulz, lässt sich Frau von Rönnebeck vor ihrem Schloss eine „Fontaine“ aufstellen. Die Figur kam aus Italien, genauer aus Florenz, aus dem Palazzo Strozzi, einem Renaissance-Palast, weiß Kreismuseumschef Frank Hoche. „Der Künstler war Professor Farazini“. Das Rönnebecker Schloss wurde 1947 abgebrochen. Es sei in einem baufälligen Zustand gewesen. Danach kam Neptun an einen neuen Standort – nach Osterburg.