Osterburg l Ein Aufhänger für die Gedankengänge, für Osterburgs südwestliche Ortswehren die Standortfrage aufzuwerfen, findet sich schwarz auf weiß auf einem Mängelprotokoll wieder. Das wurde 2011 von der Feuerwehrunfallkasse verfasst und ließ schon damals kaum ein gutes Haar am Quartier der Erxlebener Brandbekämpfer. Einige bemängelte Punkte wie damals noch vermisste Heizung seien in der Zwischenzeit zwar abgehakt, grundsätzliche und kostspielige Defizite wie ein separater Raum zum Umkleiden und zur Aufbewahrung der persönlichen Schutzausrüstung der Kameraden seien aber nach wie vor vakant.

Während Erxlebener wie Feuerwehr-Fördervereinschef und Ortschaftsrat Heiko Fischer schon seit Jahren für einen Anbau plädieren, in dem neben der Umkleide auch Toiletten eingerichtet werden könnten, denkt die Einheitsgemeinde offenkundig ein Stück weit über die Grenzen des Dorfes hinaus. Denn abseits der Überlegungen, in der Perspektive tatsächlich noch einmal richtig Geld für das bestehende Erxlebener Feuerwehrhaus auszugeben und ebenso am Polkauer sowie Ballerstedter Standort Modernisierungen zu finanzieren, wird überlegt, für die Kameraden aus den drei Orten zukünftig einen gemeinsamen Stützpunkt vorzuhalten.

Einwohnerversammlung

Das zeigten Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und Ordnungsamtsleiter Matthias Frank bei einer Einwohnerversammlung in Erxleben auf. Frank kündigte für den Herbst eine gemeinsame Begehung der drei Gerätehäuser an, an der die betreffenden Ortswehrleiter sowie die Feuerwehr-Führungsspitze der Einheitsgemeinde teilnehmen sollen. „Brauchen wir einen oder zwei Standorte? Oder müssen wir sogar einen Neubau auf der grünen Wiese in Betracht ziehen?“, nannte der Ordnungsamtschef Gedankengänge, die dann auf der Agenda stehen sollen. Matthias Frank, aber auch Nico Schulz stellten in diesem Zusammenhang aber klar, dass diese Strukturpläne nur im Zusammenspiel mit den betroffenen Wehren weiterentwickelt würden. „Wir wollen die Kameraden mitnehmen. Ohne ihre Akzeptanz wird da nichts umgesetzt“, betonte Schulz.

Bilder

Mit Verweis auf die möglichen Kosten, die ein Neubau von der Einheitsgemeinde abfordern würde, machten Bürgermeister und Ordnungsamtschef aber auch deutlich, dass die Gedankengänge noch jede Menge Zeit haben, um zu reifen und ausgiebig diskutiert zu werden. Denn aktuell steht in der Kommune in Sachen Feuerwehr erst einmal ein anderer der insgesamt 33 Brandbekämpfer-Standorte auf der Vorhaben-Liste. Und zwar das zukünftige Domizil der Rossauer Brandbekämpfer. Für diesen Neubau liegen im Osterburger Rathaus mittlerweile die Kostenschätzungen aus dem ersten Planungsentwurf vor. Danach soll das neue Rossauer Gerätehaus rund 800.000 Euro kosten.

Für die Einheitsgemeinde eine beträchtliche Investition, die sich im Fall eines komplett neuen Quartiers für Erxleben, Polkau und Ballerstedt wiederholen dürfte. „Denn da müssten wir von einer ähnlichen Größenordnung ausgehen“, sagte Frank. Die würde die Einheitsgemeinde auch keinesfalls allein stemmen, fügte Nico Schulz hinzu. „Ein Neubau kommt tatsächlich nur in Frage, wenn wir bei dieser Investition auf Fördermittel zurückgreifen können“, legte sich der Bürgermeister fest.