Goldbeck l Die Kessel werden dieses Mal draußen blubbern. Die Konstruktion in der Mittelhalle, wo der Mus 2016 gekocht wurde, ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr zulässig. Aber die Gemeinde Goldbeck ließ sich etwas einfallen. Das Gebäude frontal im Blick, hat sie direkt an der linken Außenwand zwei Flächen pflastern lassen, wobei auch die Studenten halfen, die ein Nutzungskonzept für die Zuckerhalle erstellt hatten und sich dem Projekt weiter verbunden fühlen. Auf jeder Fläche finden nebeneinander drei Kochteams Platz. Ihr Kesseldampf mündet in zwei hohen Schornsteinen, die nach der Veranstaltung wieder abgebaut werden.

Sechs Kessel, sechs Kochteams: Mit dabei sind der SV Blau-Gelb Goldbeck, die Volkssolidarität Eichstedt, der Rohrbecker Dorfverein, die „Gruppe Pink“ aus Goldbeck, „Die flotten Feger“ des TSV Hindenburg-Bertkow sowie „Die Königsmarker Kampfpflaumen“ vom Kultur- und Sportverein der Altgemeinde Königsmark (KSAK) – also eine Neuauflage von 2016, zumindest, was die Namen der Teams betrifft. Vor zwei Jahren machten die Eichstedterinnen das Rennen um den Wanderpokal. Die Jury wählte nach Verkostung ihr Mus nach ganz vorn.

Während die Kochteams die Muskellen am 15. September schon früh am Morgen in Gange bringen, beginnt die Veranstaltung offiziell um 14 Uhr. Zwischen 15 und 15.30 Uhr soll die Verkostung samt Siegerehrung stattfinden. Dann wird das Mus in Gläsern abgefüllt und pro 400-Gramm-Glas für 4 Euro verkauft. Durch die Einnahmen soll sich das Fest, das dieses Mal noch in Händen der Gemeinde, also noch nicht in jenen des jungen Zuckerhallen-Vereins liegt, finanziell tragen. Einmal mehr sind die örtlichen Vereine mit im Boot: Die Volkssolidarität Goldbeck hat einen Stand mit Kaffee und Kuchen, ebenso der TSV Hindenburg-Bertkow. Der Kleinkaliberschützenverein (KKSV) und der SV Blau-Gelb Goldbeck kümmern sich um Getränke, der Zuckerhallen-Verein und die Junge Gemeinde haben Cocktails im Angebot. Der Förderverein der Goldbecker Feuerwehr bietet Herzhaftes, die Feuerwehr Plätz und der Bertkower Feuerwehr-Förderverein haben die Platzordnung in ihrer Verantwortung.

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Alle bespielbaren Räume der Zuckerhalle sind in das Fest mit eingebunden. Im ehemaligen Speisesaal haben Kita, Schule und Heimatchor ihre Auftritte. Auf der Bühne in der großen Halle zeigen die Stendaler Linedancer, was sie drauf haben.

Draußen soll ein kleines Markttreiben herrschen. Gesetzt sind etwa ein Eiswagen, ein mobiler Schmied sowie Kremserfahrten, „wir sind noch auf der Suche nach weiteren Händlern und nach jemandem, der vielleicht Schwein am Spieß anbietet“, sagt Hannelotte Bel­seck vom Ausschuss für Kultur, Soziales und Ordnung (KUSO) unter Vorsitz von Gunnar Falk. Das Gremium hält die Vorbereitungen des Festes in seinen Händen.

Nachmittags gibt es Musik aus eigener Konserve, abends gibt ein DJ den Ton an. Bürgermeister Torsten Dobberkau übernimmt wiederum die Moderation des Plummusfestes. Wie gewohnt, hält „der Mann mit Hut“ noch mit einer programmatischen Überraschung hinterm Berg.

Um den Pflaumenankauf am Freitag, 14. September, ab 15 Uhr an der Halle kümmern sich wieder Kerstin und Helmut Sasse mit ihrer Firma „Alles in Gärung“. Rund 1500 Kilogramm für 60 Cent pro Kilo werden angekauft. Sortiert und entkernt bleiben davon rund 200 Kilogramm für jeden Kesssel. Dass wegen der der langen Dürre laut Helmut Sasse etwa ein Viertel bis ein Drittel der „Blauen Hauspflaume“ vorher unreif abfallen, sorge ihn nicht weiter, da es sich um ein gutes Pflaumenjahr handele. Im Gegensatz zu 2016, als die Menge trotzdem zusammenkam. Und ganz im Gegensatz zu 2017, als die Ernte total ausfiel, was aber nicht schlimm war, da wegen der Sanierungsarbeiten an der Zuckerhalle zufällig passend das Plummusfest gar nicht stattfand.

Direkt nach dem Pflaumenankauf beginnt das gemeinsame Entsteinen, was wegen der traditionell guten Stimmung einem Vorevent gleichkommt.

Wer hat Fragen, möchte sich ins Plummusfest

einbringen? Telefon 0151/12 21 75 93 (H. Belseck).