Bömenzien l Es ist wohl nicht der ganz große Wurf in der Fördermittelbilanz der Verbandsgemeinde Seehausen, zeigt aber, dass sich Hartnäckigkeit und der Blick auf sich verändernde Voraussetzungen doch lohnen können. Ein neuer Anlauf für einen Antrag auf Zuschüsse für den Erhalt des Grenzturms Bömenzien über das Leader-Programm, zu dem sich der Verbandsgemeinderat Ende September nach einer früheren Absage durchgerungen hatte (wir berichteten), wurde jetzt offenbar von Erfolg gekrönt.

Der endgültige Bescheid liegt zwar noch nicht vor. Aber die Leader-Aktionsgruppe „Altmark“ hat das Vorhaben in ihrer jüngsten Vorstandssitzung so weit vorne rangiert, dass eigentlich nichts mehr schief gehen dürfte, zeigten sich Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth und Wirtschaftförderin Lisa Weigelt auf Nachfrage der Osterburger Volksstimme überzeugt.

Das heißt, dass das Projekt in einer im Gegensatz zu früher inzwischen abgespeckten Version für insgesamt rund 18 000 Euro inklusive des 25-prozentigen Eigenanteils umgesetzt werden könnte. Das Geld soll unter anderem dafür reichen, um das Dach abzudichten, die Fassade zu sanieren oder die Fenster zu reparieren. Der Aufstieg auf den Wachturm wird auch künftig nicht möglich sein. Zum einen aus Sicherheitsgründen, zum anderen würde das das Projekt unverhältnismäßig verteuern.

Mit dem zweiten Anlauf ging offenbar die Rechnung auf, dass eine kleinere Summe eher auf Zustimmung bei den Zuschussgebern stößt. Außerdem spielt das markante Bauwerk im Rahmen des Grünen Bandes eine wichtige Rolle. Der ehemalige Grenzstreifen, den sich die Natur über 30 Jahre in weiten Teilen zurückerobert hat, ist inzwischen per Gesetz vom Land zum Nationalen Naturmonument erhoben worden. Das heißt: Der Stützpunkt ist und bleibt Teil der Erinnerungskultur an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Er ist auch der letzte seiner Art im Landkreis Stendal, durch den sich immerhin gut 17 Kilometer des früheren Todestreifens zwischen Ost und West schlängelten.

Um den Platz in der Erinnerungskultur einzunehmen, bedarf es am künftigen Rastplatz allerdings noch einer Dokumentation, die die Entwicklung der Grenze zum Grünen Band und Naturmonument aufzeigt. Dafür würde Rüdiger Kloth gern die Gemeinschaftsschule gewinnen, die die Schautafeln im Rahmen eines Projektes erarbeiten könnte.