Seehausen l Die Straßen in der Region wirkten leerer als sonst und insbesondere an Kitas und Schulen herrschte ungewohnte Stille. Was wiederum dafür spricht, dass die Nachrichten des Landkreises und der Seehäuser Rathausverwaltung nach der am Freitagnachmittag von der Landesregierung kurzfristig verordneten Zwangspause die Betroffenen doch über verschiedenste Kanäle erreicht haben.

In der Grundschule Seehausen waren gestern nur ein Dutzend von sonst rund 200 Kindern anwesend, womit die Lehrer in der Überzahl waren. Das, so Schulleiter Reinhard Rieger, habe er bislang höchstens einmal bei Blitzeis erlebt. Wobei das nur ein Fall beziehungsweise ein Ausfall von Sunden war. Jetzt müssen sich alle auf eine mehrwöchige Abstinenz von der Bildungsstätte einrichten.

Dass die Eltern so reagiert haben, findet der Pädagoge bemerkenswert. Spreche das doch für das Verantwortungsbewusstsein und den Willen, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Regulärer Unterricht spielte für die Mädchen und Jungen, für die kurzfristig keine außerschulische Betreuung organisiert werden konnte, gestern selbstverständlich keine große Rolle.

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Heute gilt noch einmal das gleiche Angebot wie gestern. Danach werde entschieden, für wen noch eine Notfallbetreuung in Frage kommt, weil die Muttis oder Vatis in Bereichen tätig sind, die für das Aufrechterhalten wichtiger Infrastrukturen dringend notwendig sind. Für die Befreiung von der Schulpflicht vorerst bis zum Ende der Osterferien gilt, dass die Grundschule Seehausen auf ihrer Internetseite unter www.gs-seehausenaltmark.bildung-lsa.de Aufgaben für die einzelnen Klassenstufen bereitstellt, die zu Hause erledigt werden sollen. Über die Startseite und deren Links kommen die Eltern auch an alle anderen Informationen, die Land und Schule zur derzeitigen Situation bereithalten.

Ein ähnliches Bild wie in Seehausen bot sich gestern Vormittag in der Grundschule Groß Garz. Da mussten die Eltern 3 von gut 70 Kindern vorbeibringen, weil sie die Betreuung auf die Schnelle nicht anders geregelt bekamen, so Schulleiter Andreas Werner, der ebenso wie sein Amtskollege aus der Hansestadt über die kooperative Mitarbeit der Eltern erfreut war. Aufgaben für die nächsten Tage und späteren Nachschub bekommen die Groß Garzer Kinder nach der Entscheidung darüber, wie es ab Mittwoch weitergeht, dann über die verschiedenen WhatsApp-Gruppen und/oder per E-Mail, so Werner.

In der Gemeinschaftsschule Seehausen mussten sich die Lehrer gestern um gar keine Schüler kümmern. Für Michael Wiesenberg, der sich mit seinen Kollegen sonst fast 240 jungen Damen und Herren gegenübersieht, auch ein höchst ungewöhnliches Bild, Allerdings gibt es bei Schülern ab Klassenstufe 6 wohl auch von Natur aus einen geringeren Betreuungsbedarf.

Die Lehrer sind derzeit dabei, das Angebot an Lehrstoff für die Kernfächer und darüber hinaus weiter online zusammenzustellen. Die Schüler sind mit der digitalen Lernwelt eigentlich vertraut und können sich ihr Angebot über die Moodle-Plattform abrufen, auf die sie über die Internetseiten der Schule kommen und für die sie alle einen Zugang haben. Bei den Zehntklässlern setzt Wiesenberg auf die Zusage aus dem Kultusministerium, dass die Abschlüsse nicht in Gefahr sind. Die Vorprüfungen haben die 16- und 17-Jährigen jedenfalls schon hinter sich.