Einwinkel l Ein Einwohnerantrag machte es möglich. Der Verein „Naturpfad Einwinkel“ um seine Vorsitzende Kathrin Festerling reichte 80 Unterschriften bei der Verbandsgemeinde Seehausen ein. 55  waren davon gültig, 51 hat es qua Gesetz prozentual gebraucht, damit der Gemeinderat den Gutspark Einwinkel nochmal auf seine Tagesordnung hebt – und sich anhört, was der Verein zu sagen hat. Davon gab es einiges am Dienstagabend in der Lückstedter Altmarkhalle. Grundtenor: „Wir sind noch Frischlinge, unser Verein ist noch ganz jung, wir mussten uns auch erst informieren, wir sind aber kompromissbereit.“ Das wirkte für die Gemeinde anders, als der Verein statt des gemeinsam mit der Verbandsgemeinde-Justiziarin Anja Flechner ausgearbeiteten Vertrags „plötzlich“ einen ganz anderen an die Kommune sandte. Auf Nachfrage mit dem Kommentar, dass dieser bis auf die Vertragslaufzeit nicht mehr verhandelbar sei. Was beim Gemeinderat gar nicht gut ankam – die Vereinbarung wurde einstimmig abgelehnt. Die Mail mit dem „nicht mehr verhandelbar“ bereue Kathrin Festerling heute, aber nochmal: „Wir machen das alle zum ersten Mal und ein Kommunikationsprofi bin ich auch nicht.“

Kathrin Festerling und ihre Mitstreiterin Antje Michaelis betonten, wie wichtig der Park für die Gemeinde und auch darüberhinaus sei. Mit dem 2018 von der Gemeinde ins Spiel gebrachten Verkauf des 5,6 Hektar großen Eichenwäldchens befürchten sie, den Zugang zu dem Kleinod im Dorf zu verlieren. Das vom extra gegründeten Verein favorisierte waldpädagogische Konzept für einen Teil des Geländes sei überdies auf sehr positive Resonanz gestoßen. „Sie loben doch immer die Vereinsarbeit, wir haben von Ihnen noch nicht ein anerkennendes Wort gehört“, sagte Kathrin Festerling gen Bürgermeister Bernd Prange (CDU).

Das ließ dieser nicht auf sich sitzen. „Es stimmt ja nicht, dass wir uns nicht für ihr Anliegen interessiert hätten“, erinnerte er etwa an durchgeführte Einwohnerversammlungen. Bewirtschaftung, Sicherheit, Haftung, finanzielle Auswirkungen – im von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein erarbeiteten Vertrag sei doch alles geklärt gewesen. Den hätte der Gemeinderat sicher auch abgesegnet. „Wir hätten die Verkehrssicherungspflicht für einen Wald bekommen, in dem man dieser bisher nie nachkam“, nannte Kathrin Festerling einen Punkt, der für den Verein noch nicht geklärt war. „Wir können ja nur Kosten schultern, die wir gut schultern können.“ Zu den inhaltlichen Aspekten kam aber auch noch „ein großes Kommunikationsproblem“, wie Ratsmitglied Sascha Wunderlich es ausdrückte.

Bilder

Am Ende der Diskussion tat sich schließlich noch einmal die Option auf, der Wald könnte unter der Prämisse verkauft werden, dass der Verein vielleicht einen Hektar für „seine“ Zwecke nutzen kann. „Das nehmen wir erstmal mit“, äußerte Kathrin Festerling. Eine Sieben-zu-drei-Abstimmung unter den Ratsmitgliedern machte den Weg für diese Option frei. „Nochmal über den anderen Vertrag zu verhandeln, hätten wir hier ganz sicher nicht durchbekommen“, sagte der Bürgermeister.