Werben l Die Hafenfreunde aus Werben haben sich entschlossen, 2019 das Hafenfest mit dem Fischerstechen platzen zu lassen. Michael Schnelle von den Hafenfreunden ist verärgert über den Bürgermeister, „der die Nutzung des Geländes einem privaten Verein überlassen“ will. Werbens Stadtoberhaupt Bernd Schulze kann den Frust nicht nachvollziehen. Der Hansesportbootverein plant auf dem Areal am Buhnenhaken eine moderne Bootssteganlage zu errichten, die dann jeder benutzen könne. Zudem gab es seitens des Stadtrates nie Überlegungen, das Hafenfest zu verbieten.

Die Hafenfreunde sind enttäuscht und verärgert. Die Mitglieder befürchten, dass das öffentliche Gelände am Elbhafen „nur noch privilegierten Vereinsmitgliedern zur Verfügung“ stehen würde. „Dem ist natürlich nicht so“, bezieht Bürgermeister Bernd Schulze klar Stellung. Der Hansesportbootverein, der seit rund anderthalb Jahren besteht und ein gemeinnütziger Verein ist, möchte an dieser Stelle für eine Aufwertung sorgen. Eine neue für über 100.000 Euro teure Steganlage, die es auch Touristen erlaubt, in Werben anzulegen, soll entstehen. „Dafür brauchen wir natürlich einen Betreiber“, sagt Bernd Schulze, der betont, dass nicht er, sondern der Stadtrat das Vorhaben mit seinem Votum auf den Weg gebracht hat. Jeder Freizeitkapitän könne dann dort den „Anker werfen“, natürlich kostenpflichtig.

Die Hafenfreunde waren sich einig, sich nicht als Verein eintragen zu lassen, was auch der damit verbundenen Bürokratie geschuldet sei. „Jeder sollte mitmachen können, ohne Formulare“, so Schnelle, der dabei auch an die Angler aus Werben und Umgebung denkt, die die von den Hafenfreunden errichtete Slip-Anlage auch genutzt hätten. Zudem erinnert er an viele Arbeitseinsätze, die die Hafenfreunde in der Vergangenheit am Buhnenhaken leisteten. „Da man von Seiten des Bürgermeisters nicht mit den Hafenfreunden gesprochen hatte, wollen diese zunächst erst einmal schauen, wie sich das entwickelt“, sagt Michael Schnelle über das geplante Ansinnen der Kommune, mit dem Hansesportbootverein einen Pachtvertrag abschließen zu wollen. Dieser stand gestern Abend bei der Sitzung des Stadtrates auf der Tagesordnung. Allerdings war kein Beschluss geplant, vielmehr eine Beratung.

Der Bürgermeister kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen, auch nicht jenen, dass „man mit ihm nicht gesprochen habe“, kann sich Bernd Schulze an ein Treffen im Elbstübchen erinnern, an dem Hansesportboot-Vorsitzender Lutz Homann teilgenommen hat. Zudem ist im Pachtvertrag ein Paragraph eingebaut, der es zulässt, dass die Organisatoren ihr traditionelles Hafenfest alljährlich durchführen können. „Das ist doch eine gute Sache“, findet Schulze. In den vergangenen Jahren lockte die Party am Werbener Hafen viele Teilnehmer und Gäste, speziell das Fischerstechen war ein Zuschauermagnet. Doch für Schnelle steht fest: „Unter so unklaren Bedingungen kann man weder Mannschaften einladen, noch die Veranstaltung organisieren. Wir sind da sehr traurig über diese Entwicklung.“