Osterburg l Seit 2017 Jahren hat die Kommune für ihre Schwimmhalle umfangreiche Sanierungsarbeiten auf dem Zettel. Doch die millionenschwere Investition, die hauptsächlich auf die Erneuerung der Bädertechnik und die Sanierung des Rohr- und Leitungsnetzes zielt, aber auch eine Handvoll Aufwertungen vorsieht, verschiebt sich immer weiter. Ging man im Osterburger Rathaus anfangs noch von einem Arbeitsauftakt in der der zweiten Jahreshälfte 2018 aus, verlegten zuerst Veränderungen am Maßnahmekatalog und die Suche nach einem passenden Förderprogramm den Startschuss nach hinten. Mittlerweile ist auch der zuletzt angepeilte Arbeitsbeginn im Jahr 2021 hinfällig. Das bestätigten Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und Bauamtsleiter Matthias Köberle jetzt auf Nachfrage der Volksstimme.

Grund: Frühestens 2021 kann Osterburg überhaupt erst mit Fördergeldern für die Badsanierung rechnen. Das erfuhren Schulz und Köberle bei Gesprächen mit der Landesinvestitionsbank. „Weil es sich bei dem von uns angedachten Förderprogramm um den gleichen Topf handelt, aus dem die im Juni 2006 eingeweihte Schwimmhalle schon bei ihrem Neubau bezuschusst wurde“, begründete Köberle. Es sei die sogenannte Zweckbindungsfrist für die damals ausgezahlten Fördergelder, die dem Osterburger Anliegen derzeit einen Riegel vorschiebt. Diese Frist laufe am 29. Juni 2021 ab, so der städtische Bauamtsleiter. Erst danach könnten erneut Fördergelder aus dem Programm in Anspruch genommen werden.

Obgleich die Nachricht aus der Landesinvestitionsbank für die Osterburger eine Hiobsbotschaft bedeutete, „haben wir uns darauf verständigt, abzuwarten“, erklärte Nico Schulz. Schließlich seien die sonstigen Optionen keine wirklichen Alternativen. So könne man nicht auf die per Zweckbindungsfrist festgeeisten Gelder verzichten, „dazu ist die Summe zu groß“. Insgesamt kalkuliert die Kommune mit Ausgaben in Höhe von 2,4 Millionen Euro, in dieses Volumen ist ein 90-prozentiger Förderanteil fest eingepreist. Und abseits davon mache es auch aus baulicher Sicht überhaupt keinen Sinn, „irgendwelche Arbeiten vorzuziehen“, betonte Köberle. Technisch könne man die Maßnahme nicht splitten, fügte er hinzu.

Landessportschule

Auch in der Landessportschule, die die Schwimmstätte betreibt, stellt sich Stefanie Lück wohl oder übel auf die längere Wartezeit ein. „Wir sind sehr unglücklich darüber“, kommentierte die Betriebsleiterin die Verschiebung. Diese bringe die Sportschule auch unter Zugzwang, „Reparaturen, die wir in der Hoffnung auf die Bauarbeiten zurückgestellt haben, nun doch über die Bühne zu bringen. Dafür müssen wir jetzt Geld in die Hand nehmen, um den Betrieb im Bad am Laufen halten zu können“, sagte Lück. Eine notwendige Maßnahme steht faktisch schon in den Startlöchern. In der Zeit vom 4. Juli bis zum 28. Juli bleibt die Schwimmstätte geschlossen, dann geht es den letzten Fliesen im Becken an den sprichwörtlichen Kragen. „Die kommen alle raus, dafür wird Epoxidharz aufgetragen, um das Becken zu verdichten“, kündigte Stefanie Lück als Übergangslösung an. Dabei müsse sich aber kein Badnutzer sorgen, zukünftig in ein graues Becken zu blicken, beruhigte die Betriebsleiterin. „Wir werden einen blauen Anstrich verwenden und auch die Bahnen kenntlich machen“, erklärte sie.

Große Schwierigkeiten bereite zudem, „dass uns immer noch ein Fachangestellter für Bäderbetrieb fehlt“. Immerhin konnte die Einrichtung zuletzt eine Auszubildende für diesen Beruf gewinnen. Die Prignitzerin habe zudem eine Einstellungszusage erhalten, „natürlich unter der Voraussetzung, dass sie in der dreijährigen Ausbildung ihre Prüfungen besteht“, machte Stefanie Lück deutlich.

Auch im Osterburger Rathaus werde man in Sachen Hallenbad jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und einfach nur das Auslaufen der Zweckbindungsfrist abwarten, versicherte der Bauamtsleiter. „Wir werden die Sanierung so weitgehend wie möglich vorbereiten und im kommenden Jahr die ersten Planungsphasen anschieben“, kündigte er an. Am Volumen und Inhalt des Maßnahmepaketes habe sich zuletzt nichts verändert. Abseits der aufgestellten Mängelliste nimmt die Einheitsgemeinde Aufwertungen ins Visier, um das Bad für neue Zielgruppen interessant zu machen. Die Erweiterung des Schwimmbereichs für Kinder (zukünftig wird die Stätte über zwei Kinderbecken mit unterschiedlichen Tiefen verfügen) sowie umfassende Schalldämmmaßnahmen sind für die Schwimmstätte fest eingeplant.