Werben l 10 Prozent Eigenanteil, 90 Prozent Förderung: Das Landesförderprogramm für „Sportstätten außerhalb von Schulen“ klingt sehr verlockend. Doch auch ein geringer Eigenanteil kann für eine klamme Stadtkasse zu groß sein, weswegen der SV Rot-Weiß Werben auf Nummer sicher gehen will. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entschied der Verein, der Stadt Werben den für eine Hallensanierung in Höhe von 100.000 Euro notwendigen Eigenanteil zu spenden. Das sind in Zahlen 10.000 Euro – für einen kleinen Sportverein eine stolze Summe.

Bernd Schulze, Vereinsvorsitzender und Stadtratsmitglied, berichtete am Montagabend in der Bauausschusssitzung von dem Ansinnen. Das Treffen fand nicht umsonst in der Sporthalle statt, das Gremium konnte sich so bei einem Rundgang ein Bild machen: von den bereits erfolgten Maßnahmen wie der begonnenen Heizungserweiterung genauso wie von den dringend anstehenden Erneuerungen in einem Gebäude, das grundsätzlich noch auf dem Sanierungsstand des Erbauungsjahres 1977 ist.

Wie Schulze sich unterrichten ließ, kostet die Halle die Stadt pro Jahr gut 20.000 Euro in der Unterhaltung. Durch eine Sanierung, die die Dämmung der Westfassade, den Austausch der dortigen Eisenfenster, eine zeitgemäße LED-Beleuchtung und die Komplett-Umstellung auf Gasheizung beinhalten soll, würde diese Summe um 3000 bis 4000 Euro sinken, schätzt Schulze. Weitere rund 4000 Euro könnte die Stadt einsparen, wenn der mit einer Firma geschlossenen Reinigungsvertrag kündigt wird, zumal die Halle im Rahmen dessen ohnehin nicht richtig sauber werde. Der Vorschlag des Vereins: Die Stadt kauft Reinigungsequipment und der Verein putzt damit selber. Und was wäre, wenn gar eine Photovoltaikanlage förderfähig wäre? „Dann könnten wir unseren Strom noch selbst produzieren“, so Schulze. Das soll nun vom Bauamt geprüft werden. Leiterin Simone Kuhlmann gab am Dienstag zu verstehen, dass besagter Fördertopf „nicht so sehr gefüllt ist, da müssen wir vielleicht ein Jahr warten, bis wir dran sind“. Davon ab gebe es auch zwei KO-Kriterien. Ersteres ist für Rot-Weiß gar kein Problem sein: Der Verein darf in den vergangenen drei Jahren nicht mehr als 15 Prozent der Mitglieder verloren haben – Rot-Weiß wächst sogar, hat nun fast 200.

Auch das zweite KO-Kriterium sollte zu stemmen sein. In den vergangenen drei Jahren darf die beantragende Gemeinde nicht mehr als 15 Prozent ihrer Einwohner verloren haben. Ende 2014 hatte Werben 1136 Einwohner. Bei 15 Prozent Verlust wäre sie schon unter die 1000 gerutscht. Ist sie aber nicht. Stand Ende 2016: 1106.