Osterburg l Es war wie so oft: Man sitzt nett beieinander, plaudert über dies und das, „spinnt“ ein bisschen – und plötzlich ist sie da, diese Idee, von der man dann nicht mehr loskommt. So geschah es auch im vergangenen Jahr, als einige Vertreter des Altmärkischen Hansebundes beim Internationalen Hansetag im niederländischen Kampen zusammensaßen und schon auf 2018 und den Hansetag in Rostock schauten. „Da kam dem Osterburger Hansebeo­bachter Pitt Krüger die Idee, von Osterburg aus mit einem Paddelboot bis Rostock zu fahren. Denn theoretisch hätten zur Hansezeit die Waren und auch die Delegierten des Hansetages auf diesem Weg zu den Ostseehäfen gelangen können“, sagt Detlef Kränzel, der Osterburg im Altmärkischen Hansebund vertritt.

Im Herbst sind die Altmärker dann mit ihrer Idee zu einem Vorbereitungstreffen nach Rostock gefahren, „denn die Gastgeberstadt muss so ein Vorhaben ja mittragen“, so Kränzel. Ein bisschen skeptisch waren sie aber schon, ob ein Paddelboot überhaupt gewünscht wird und – vergleichend gesehen – nicht untergeht, wo doch zur Eröffnung schon große Koggen in den Hafen einlaufen werden. Die Skepsis war schnell verschwunden – so schnell, wie die Rostocker begeistert waren. Und darum werden zur Eröffnung des 38. Internationalen Hansetages am 21. Juni nicht nur Koggen einlaufen, sondern von der anderen Hafenseite auch das Boot aus Osterburg, das unter der Flagge des Altmärkischen Hansebundes segelt.

Biesebrass verabschiedet Kanuten

„Das Boot steht bereit, die Crew bereitet sich schon auf die Fahrt vor“, sagt Detlef Kränzel. Das erste freie Training fand bei bestem Wetter am vergangenen Sonntag statt. Die geplante Strecke wurde in der geplanten Zeit geschafft. Um als Team noch besser zu werden, ist für den 4. Juni ein weiteres Training geplant.

Etwa eine Woche lang werden die Paddler dann nach Rostock unterwegs sein. Über Biese und Aland geht es weiter zur Elbe und zur Elde. Vom Schweriner See muss einmal umgesetzt und damit der Wasserweg kurz unterbrochen werden, damit es dann auf der Warnow direkt bis in den Stadthafen gehen kann. Das Boot ist ein Kanu, das extra mit einem Segel bestückt wird und etwa zehn Mann Besatzung Platz bietet.

Hergerichtet wurde es im Rahmen eines Projektes der JuLe (Junges Leben) GmbH und Co. KG, die in der Altmark mehrere Häuser für junge heranwachsende Menschen betreibt. Einige der Mitarbeiter werden mit an Bord gehen. Da JuLe jährlich Paddeltouren veranstaltet, bringen sie einige Erfahrungen mit.

Der Start in Osterburg ist für den 13. Juni geplant – mit großem Bahnhof. Biesebrass, die kleine Besetzung der Osterburger Blasmusikanten, selbst seit vielen Jahren Stimmungsgarant bei den Internationalen Hansetagen, wird das Boot musikalisch auf die Reise schicken. Am 21. Juni zur Eröffnung werden sie dann im Hafen spielen, um die Ruderer und mit ihnen die Delegierten wieder zu begrüßen.

Rostocker Verein nimmt Altmärker auf

Auch für unterwegs sind einige Aktionen geplant, als Einladung und Werbung für den Hansetag, der bis zum 24. Juni dauert. Denn auf der Strecke liegen weitere Hansestädte. Natürlich haben sie auch Werbematerial für die Altmark und den Altmärkischen Hansebund dabei. Wo sie herkommen, soll schon optisch schnell deutlich werden. „Die Besatzung bekommt Überwürfe mit dem Aufdruck des Altmärkischen Hansebundes“, erklärt Matthias Neumann, der für Stendal in der Gruppe der acht Hansestädte mitarbeitet.

Stichwort Werbung: Für den Internationalen Hansetag, der in diesem Jahr in Deutschland stattfindet und darum für Sachsen-Anhalter ein attraktives Kurzreiseziel ist, soll auch in der Altmark geworben werden.

In den vergangenen Wochen haben die Akteure der Paddeltour alle Stationen bereist und die Stecke abgestimmt. In Rostock haben sie mit den Kanufreunden Rostocker Greif einen sehr engagierten Verein gefunden, der sich dem Wassersport verschrieben hat. „Dieser Verein nimmt uns in seine Obhut und bietet uns die Möglichkeit, zwei Nächte auf seinem Gelände unterzukommen und die Anlagen zu nutzen“, freut sich Detlef Kränzel.