Häsewig/Rindtorf l Am Heiligen Abend läuteten die Kirchenglocken an mehreren Orten der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck wie sonst immer. Und doch war es anders. Die Pfarrer und die Kirchengemeinden mussten aufgrund der pandemischen Lage etwas umdisponieren, sie luden dennoch zu Andachten unter freiem Himmel ein.

Der Weg zur Kirche in Häse­wig war gesäumt mit Kerzenlichtern, vor dem Gotteshaus schmückte ein Tannenbaum das Areal. Stimmung kam auf. Erst recht, als Alexander Schwartz die biblische Weihnachtsgeschichte verlas. Zuvor begrüßte der Pfarrer des Pfarrbereichs Klein Schwechten die rund 20 Besucher und gab ihnen Einblicke in seine Vorbereitungen. „Ich fragte mich im Vorfeld, was gehört zu einer Kurzandacht dazu?“ Das Verlesen der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium stand dabei an vorderster Stelle. Maria und Josef mussten vor rund 2000 Jahren einen weiten Weg nach Bethlehem gehen. „Von nichts kommt nichts“ betonte der Pfarrer dabei öfter in seiner Rede, die auch an die aktuelle Corona-Zeit erinnerte. Am Ende seiner Kurzandacht standen jedoch die Wörter: „Von nichts kommt Gott...“

Alexander Schwartz hielt am Heiligen Abend neben Häsewig Andachten in Schartau, Rochau und Petersmark. In Rindtorf gab es etwas Ungewöhnliches. „Eine Andacht auf der Straße. Wann hatte es so etwas jemals hier gegeben“, sagte Pfarrerin Janette Obara zu den Gästem, die sich mitten im Dorf einfanden. Das Kirchen-Areal sei zu klein, die Verantwortlichen wichen deshalb aus - und es war feierlich! Dafür sorgten auch der Tangermünder Hans-Dieter Hüfken und Antje Schmundt aus Baumgarten, die auf dem Klavier beziehungsweise auf der Violine musizierten. Das Fenster zu ihrem Zimmer stand weit offen, und die Melodien animierten den einen oder anderen zum Mitsingen. Sie brachten unter anderem „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ und zum Abschluss „Stille Nacht“ zu Gehör. Janette Obara, für den Pfarrbereich Arneburg zuständig, hielt am Heiligen Abend Andachten in Groß Schwechten, Hassel, Rindtorf und zweimal in Arneburg, wobei am Abend die Osterburger Nicolaibläser um Friedemann Lessing vom Turm der St. Georg-Kirche Weihnachtslieder darboten.

Bilder

Janette Obara versendete im Dezember an rund 600 Haushalte ihres Pfarrbereiches Weihnachtsgrüße per Brief. Darin enthalten waren neben einer schönen Karte, die die biblische Geschichte aus dem Lukas-Evangelium enthielt, eine Kerze für die Festtage. Schließlich sei aufgrund der aktuellen Lage abzusehen gewesen, dass ein Großteil der Kirchenmitglieder von einer Andacht am Heiligen Abend Abstand nehmen würde. An den Weihnachtsfeiertagen am Freitag und Sonnabend waren einige Kirchen wieder geöffnet.