Osterburg l Mit den Worten „Der König rief und alle, alle kamen“, freute sich der Vorsitzende Norbert Lazay über die stattliche Resonanz, die die Einladung zum Neujahrstreffen des Heimatbundes gefunden hatte. Das Zitat ist der Anfang eines von Heinrich Clauren 1813 im Rahmen der Freiheitskriege gegen Napoleon verfassten Liedes. Diese Treffen finden alljährlich abwechselnd in Orten der Region statt; im vergangenen Jahr hatte man in Kalbe/Milde zusammengesessen.

Grußworte ließ Stendals Landrat Carsten Wulfänger, der aus terminlichen Gründen verhindert sei, durch Frank Hoche, Leiter der Museen des Landkreises, ausrichten. Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, hatte sich von seinem 1. Beigeordneten Eckhard Gnodke vertreten lassen.

Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz merkte unter anderem an, die Biesestadt sei als Veranstaltungsort „eine gute Wahl, weil die Osterburger ein historisch sehr interessiertes Völkchen sind. Das haben verschiedene Veranstaltungen in der Vergangenheit gezeigt. Außerdem bieten wir Besuchern verschieden Erlebnisrouten an wie die Wir-leben-Land-Tour und die Besichtigung der über 30 Kirchen in den 30 Dörfern unserer Einheitsgemeinde, worüber auch in den Orten aufgestellte Info-Tafeln Auskunft geben.“

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Kreismuseumsleiter Frank Hoche referierte über das Leben des in Klötze geborenen Wissenschaftlers und Begründer der deutschen Kali-Industrie Adolph Frank, der auch in Osterburg Spuren hinterlassen hat (Näheres dazu in einer der nächsten Ausgaben der Volksstimme). „Damit hat Frank Hoche eine weitere Lücke in der Vortragsreihe des AHB geschlossen“, sagte Norbert Lazay. Der Vorsitzende des Heimatbundes informierte über Jubiläen in diesem Jahr und Vorhaben des AHB. Unter anderem seien dies der 100. Todestag von Graf Zeppelin am 8. März, das Wartburgfest mit Gründung der Deutschen Burschenschaft der Studenten 1817 mit der Forderung der Einheit Deutschlands, die Einführung der einheitlichen Schupflicht in Preußen 1717, die Gründung der „Fruchtbringenden Gesellschaft zur Pflege der deutschen Sprache 1617, Martin Luthers Thesenanschlag 1517 und nicht zuletzt die Ernennung Friedrich I. zum Kurfürsten.

Vor 300 Jahren wurde der Archäologe und Schriftsteller Johann Joachim Winckelmann in Stendal geboren. Des ebenfalls 300. Geburtstages des Werbener Konrektors Samuel Buchholz sei ebenso zu gedenken; Buchholz hat eine sechsbändige „Geschichte der Kurmark Brandenburg“ verfasst. 1867 wurde Gottfried Daume geboren, seinerzeit Pfarrer in Seehausen, der sich mit der Orts- und der Kirchengeschichte der Wischestadt befasste. 1517 erblickte Christoph Entzelt das Licht der Welt, der Verfasser des „Chronicon der Alten Marck“. Vor allem im Drömling erinnert man sich seines Volksdichters Heinrich Matthies, der vor 150 Jahren geboren wurde. Nicht vergessen werden soll auch der 250. Geburtstag von August Wilhelm Pohlmann, des Großvaters des Heimatforschers und Pfarrers Alfred Pohlmann. August Pohlmann hatte unter anderem an der Erforschung der Geschichte Tangermündes gearbeitet.

An zu erwartende Veranstaltungen in nächster Zeit nannte Norbert Lazay unter anderem das Angebot des Osterburger Lehrers und Historikers Karl-Georg Spanier über die Entwicklung des Schulwesens, für den 8. April den mittlerweile 9. Preußenabend im „Dörpschen Krug“ in Gladigau, eine Fahrt am 22. April zu Burgen aus der Zeit Albrecht des Bären, in Zusammenarbeit mit dem Landesheimatbund den Niederdeutschen Tag der Generationen am 6. Mai und den Besuch von Stätten der Reformation im Landkreis unter anderem in Osterburg, Krevese, Orpensdorf und Gladigau.

Über die Entwicklung des Dorftheaters Gladigau und sein neues Stück gab Intendant Horst Bannehr Auskunft, Frank Gellerich aus Werben informierte über die fortschreitenden Arbeiten zur Erhaltung des Kommandeurshauses in der Elbestadt. Ludwig Reinig vom Stendaler Kultur- und Heimatverein bietet eine Ausfahrt nach Lüneburg an (Telefon 03931/213981) mit rechtzeitiger Anmeldung, Rosemarie Müller vom Heimatmuseum Bretsch informierte über die kleine aber sehenswerte heimatkundliche Sammlung. Und Arne Könnecke berichtete unter anderem über den Personalwechsel im Vorstand des Heimatvereins und der Kleinsten Galerie in Arneburg.