Wanzer l Das gab es in all den Jahren zum Herbstmarkt in Wanzer noch nicht, stellte Edelgard Paulicks Sonntagmittag fest. Sonst habe es mal kurz zuvor geregnet, aber nach dem plattdeutschen Gottestdienst zum Start des Treibens zwischen Kirche, Backhaus und Windmühle war das immer wieder vorbei. Die pensionierte Lehrerin, die einmal mehr Besucher im kleinen Heimatmuseum in der alten Schule empfing, sollte es wissen. Sie hatte eine Dokumentation aus alten Zeitungsartikeln seit der Mark-Premiere vom 1. Oktober 2000 zusammengestellt.

Am Ende waren alle Vereinsmitglieder, deren Helfer, Markbeschicker und sonstige Mitwirkende um Vereinsvorsitzenden Jonny Buck allerdings genug ländliche Profis, um sich über den Niederschlag in viel zu trockenen Zeiten auch freuen zu können. Selbst die Besucher ertrugen ihr Los gut gelaunt, zumal die Gastgeber für reichlich Überdachungen gesorgt hatten und neben der alten Schule auch die zum Erntedank wieder bunt geschmückte Kirche zwischenzeitlich Unterschlupf bot. Pizza und Kuchen aus dem Steinbackofen, Schwein am Spieß, Bratwürste, Kaffee, Erfrischungen und vieles mehr halfen, das feuchte Schicksal besser zu ertragen.

Die Marktbeschicker, die Korbwaren, Kunstgewerbliches, frisch gekochtes Pflaumenmus, Wein, Käse, Wurst, Honig sowie Obst und Gemüse unters Volk brachten, hätten sich sicher gewünscht, dass die Zaungäste länger verweilen, aber unter dem Strich war der Zulauf am Sonntag trotz Regens noch erstaunlich groß. Abgesehen vom Wetter gab es beim Herbstmarkt am Sonntag übrigens noch eine Premiere. Der Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) war mit einer Abordnung in Biedermeiertracht vor Ort. Zum einen, um für den bekannten Weihnachtsmarkt in der kleinsten Hansestadt der Welt zu werben. Zum anderen, um neue Liebhaber für die Bierspezialität „Werbener Weiße“ mit Schuss“ zu gewinnen.

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