Altstadt-Verein

Hereinspaziert: „Café Lämpel“ Werben geht in seine dritte Saison

Der Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) hat am Sonnabend die dritte Saison seines „Café Lämpel“ eröffnet. Mit zusätzlichem Raum und erstmals auch einem Angestellten. Für das nächste Jahr sucht der Verein einen richtigen Pächter – das Ehrenamt komme an seine Grenzen.

Von Karina Hoppe
Kaffee gefällig? Jochen Hufschmidt und Elisabeth Gellerich hinterm Tresen, Maler Gerhard Seidel davor. Mit seiner Wahl.
Kaffee gefällig? Jochen Hufschmidt und Elisabeth Gellerich hinterm Tresen, Maler Gerhard Seidel davor. Mit seiner Wahl. Foto: Karina Hoppe

Werben - Stachelbeer-Baiser-Torte kommt wie immer gut an. Auch die Blumensträuße auf den Tischen und überhaupt das Ambiente. Der Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) legt Wert aufs Ambiente. Das dritte Jahr in Folge heißt es: „Das Café Lämpel ist eröffnet.“ Durch Corona abermals etwas verspätet. „Eigentlich wollten wir am 1. Mai eröffnen“, sagt der Vereinsvorsitzende Jochen Hufschmidt. Doch ihm sei nicht bange, „auch das letzte Jahr war trotz kürzerer Öffnungszeit noch erfolgreich“.

Verein hat gezeigt, dass es geht

Ein hübsches Café vis-à-vis der Offenen Kirche, das würde laufen, war sich der Verein ziemlich sicher. „Und den Beweis haben wir auch erbracht“, sagt Hufschmidt. Am Sonnabend waren Carlotta Peters und Till Goldmann freudig überrascht ob des Cafés. „Was? Gerade erst eröffnet? Da haben wir aber Glück“, hieß es von den beiden. Die Berliner hatten sich am Wochenende spontan in den Zug nach Rathenow gesetzt, von dort ging’s weiter mit dem Fahrrad, erst an der Havel, dann die Elbe entlang. Mittags in Werben stand ihnen die Freude über ihre Tour ins Gesicht geschrieben. „Es ist total schön“, sagte Carlotta Peters. Wow, ein Freibad gebe es hier ja auch.

Endlich wieder gemeinsam klönen: Das "Café Lämpel" des Arbeitskreises Werbener Altstadt hat eröffnet.
Endlich wieder gemeinsam klönen: Das "Café Lämpel" des Arbeitskreises Werbener Altstadt hat eröffnet.
Foto: Karina Hoppe

Unter der Woche hat das Café Lämpel wie gehabt von 11 bis 17 Uhr geöffnet, „am Wochenende verkürzen wir, fahren nur eine Schicht, von 14 bis 17 Uhr“, sagt Jochen Hufschmidt. Wochentags kommen die Touristen, da müsste das Café zwingend schon vormittags geöffnet sein. Am Wochenende kehren eher Einheimische ein und die zur richtigen Kaffeezeit. Da reiche eine Schicht. „Wir schaffen es auch einfach nicht anders.“ In den Regelbetrieb jetzt seien schon 15 Ehrenamtliche eingebunden, dazu nun auch ein fest beim Verein Angestellter. „Das erleichtert es schon erheblich.“ Und doch möchte der Verein sein Café Lämpel im nächsten Jahr in die Hände eines Pächters geben. „So war es ja langfristig auch geplant, wir bringen es zum Laufen, so wie wir es möchten und dann suchen wir uns einen Pächter.“ Der Verein habe ja auch weit mehr „um die Ohren“ als den Cafébetrieb. Gerade kam der positive Förderbescheid für den vierten Bauabschnitt der Alten Schule herein. Alle noch nicht gemachten Fenster werden „erneuert“, es stehen Arbeiten an Fassade und Dachtragwerk an, zwei neue Schornsteine sind notwendig. Der Eigenanteil des Vereins allein für diesen Bauabschnitt beträgt 32000 Euro. Es müssen also noch einige Tassen Kaffee serviert werden. Den Biedermeier-Sommermarkt hat der AWA corona-bedingt abgesagt, für den Christmarkt ist er zuversichtlich.

Alter Vorstand tritt 2022 ab

Das nächste Jahr wird auch abseits eines Café-Pächters für den AWA ein besonderes. Der Vorstand wird neu gewählt. „Die Alten treten ab“, sagt Jochen Hufschmidt und schließt sich selbst mit ein. Der Café-Gast wird auch in diesem Jahr schon Neues entdecken. Die gute Stube hat nämlich einen Raum mehr. In ihm hängt wechselnde Kunst des Malers Gerhard Seidel, der sich sehr geehrt fühle. Auch das „Seidel-Kabinett“ ist freilich an den Biedermeier-Stil angelehnt eingerichtet. Und die Stachelbeer-Baiser-Torte wird an den Tisch gebracht.

Die Radtouristen Carlotta Peters und Till Goldmann aus Berlin gehörten am Sonnabend  zu den ersten Gästen und fühlten sich pudelwohl.
Die Radtouristen Carlotta Peters und Till Goldmann aus Berlin gehörten am Sonnabend zu den ersten Gästen und fühlten sich pudelwohl.
Foto: Karina Hoppe