Hindenburg l Mehrmals haben Bürger Hindenburgs auf den Missstand hingewiesen. Der kleine Anbau an der Kirche, nur wenige Quadratmeter groß, eignet sich nicht, um weltlichen Trauerfeiern einen würdigen Rahmen zu geben. „Wenn ein Sarg darin steht, passen nur noch eine Hand voll Menschen hinein“, sagt Dirk Kautz als Bürgermeister der Gemeinde Hohenberg-Krusemark. Der Rest steht draußen. Oder aber die Trauerfeiern finden in der örtlichen Turnhalle statt, wie häufig geschehen – aber angemessen ist das sicher nicht.

Auf der jüngsten Ratssitzung am Donnerstag in Schwarzholz konnte Dirk Kautz von ersten Fortschritten berichten oder zumindest davon, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. So habe er sich gemeinsam mit Pastor Jens Födisch und dem Gemeindekirchenrat das Problem vor Ort genauer angeschaut.

Dass der jetzige Zustand nicht tragbar ist, davon mussten sich die Beteiligten nicht gegenseitig überzeugen. Eher waren sie auf der Suche nach einem geeigneten Bereich des kirchlichen Friedhofs, auf dem eine neue Trauerhalle entstehen könnte. Danach kommt nur eine Stelle im Westen des Komplexes in Frage. „Die Mauer könnte die Rückbegrenzung der Halle sein, der Eingang nach Ost, Südost ausgerichtet“, sagt Födisch. Der beschriebene Bereich werde von der Kirche nicht genutzt.

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Besichtigung am Dienstag

Fraglich ist, ob das Stück in Bezug auf seine Bodenbeschaffenheit geeignet ist. „Das muss als erstes geprüft werden“, sagt Kautz. Müssen erst Pfähle gerammt werden, damit der Boden die Last tragen kann, sei das Projekt finanziell nicht zu realisieren. Zumindest nicht auf dem anhöhigen Friedhof. Auch so wäre zu sondieren, ob die Hindenburger sich über Eigenleistungen an dem Projekt beteiligen. „So müsste die ganze Kommune nicht alles tragen“, sagt Kautz, der für Altenzaun von ähnlichen Problemen spricht. Auch dort sei die Trauerhalle zu klein und weltliche Zeremonien zumindest „schwierig“. Aber das alte Feuerwehrhaus biete sich als Alternative an. „Darin könnte man sicher einen Raum einrichten.“ Das wäre um einiges günstiger.

Auf der Gemeinderatssitzung wurde auch nochmal von der theoretischen Möglichkeit gesprochen, dass die weltlichen Trauerfeiern genau wie jene für christliche Verstorbene in der Hindenburger Kirche stattfinden könnten. Aber da seien die Fronten ziemlich klar. Im Buschfunk heiße es sogar, dass einige Hindenburger aus Protest aus der Kirche austreten würden, wenn für weltliche und christliche Tote die selben Rechte gelten.

Wie dem auch sei, Bürgermeister Kautz spricht von „zwei, drei, guten Gesprächen“ und davon, dass sich alle eine Lösung für das Problem wünschen. Am Dienstag wollen sich Mitglieder des Gemeinderats die Stelle auf dem Friedhof nochmal genauer anschauen, um dann die Bodenproben in Auftrag zu geben. Ist der Grund tragfähig, könnte ein erster Kostenvoranschlag eingeholt werden. Eine Erweiterung der alten Halle sei im Übrigen nicht möglich. Laut Födisch steht der Anbau samt Kirche unter Denkmalschutz.