Osterburg l „Manch einer hat jenen Spleen, ich habe halt diesen“, gestand der 81-Jährige schmunzelnd. „Nicht in jedem Jahr bisher hatte ich solch einen Erfolg. Es liegt auch mit an der Pflege. Wenn etwas herauskommen soll, muss erst etwas hineingegeben werden. Aber so viele in der jetzigen Größenordnung hatte ich noch nie.“ Im vorigen Jahr hätten seine Bemühungen überhaupt nicht gefruchtet.

Und damit kam der Hobbygärtner auf die Versorgung seiner Lieblinge zu sprechen. „Wenn sie etwa einen Meter hoch sind, bekommen sie Stützen, damit sie sich in der Erde stabilisiert entwickeln können. Dann beginnt auch die regelmäßige Düngung.“ Dafür hat der Osterburger ein Spezialrezept. „Bloß kein Kunstdünger! Mein Cocktail basiert auf rein biologischer Grundlage: Mist von Pferden, Tauben, Kaninchen, Hühnern und Brennesseljauche werden gemischt und großzügig verabreicht.“

Sonnenblume auch als Nutzpflanze

Dazu lockert Gatz die Erde im Wurzelbereich etwas auf, damit die Mixtur gut eindringen kann. Und die Sonnenblumen honorieren dessen Fürsorge mit ausgesprochener Wuchsfreudigkeit. Dankbare Abnehmer der Kerne sind später die Vögel.

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Gatz maß und notierte bisher alle paar Tage die Wuchsfortschritte. Seine Frau Monika gönnt ihm diese Liebhaberei. Fast jeden Morgen sei ihr Mann mit der Messlatte in den Garten gegangen. „Manche haben von einem Tag zum anderen einen tüchtigen Schuss in die Höhe gemacht.“

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Wachstum dokumentiert

Begonnen hatten die Messungen am 26. Juni. Da war die größte 2,10 Meter hoch. Am 3. Juli erfolgte die erste Düngergabe. Sonnenblumen benötigen täglich viel Wasser. Wenn es nicht regnet, muss der Gärtner ran. „Wenn meine Frau und ich morgens aus dem Fenster in den Garten sehen, freuen wir uns immer über die herrlichen Sonnenblumen“, sagte er und hofft, dass kein Sturm dazwischen fahren möge. Eine Blume sei kürzlich einer Windböe zum Opfer gefallen. Die Messung am 2. August ergab den Spitzenwert in der „Mannschaft“ von 3,80 Meter.