Beuster l Burkhard Henning sprach von einer sehr anspruchsvollen Aufgabe, von einer großen Herausforderung. Der Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) konnte bei der Einwohnerversammlung am Donnerstagabend (6. September) in Beuster davon berichten, dass „wir ein Projekt aufgemacht haben“.

Allerdings sei es nicht in eins, zwei Jahren zu realisieren. Henning machte im Dorfgemeinschaftshaus in Beuster vor vielen Einwohnern deutlich, dass der Landesbetrieb einen Konsens mit den Bürgern aus Werder und Scharpenlohe anstrebt. Welche Maßnahmen letztlich für die Insulaner umgesetzt werden, soll gemeinsam beraten werden. Der LHW möchte noch in diesem Jahr mit der Baugrund-Vermessung beginnen, im nächsten Jahr erste Vorschläge präsentieren.

Das Jahrhunderthochwasser von 2013 wird den Betroffenen stets in Erinnerung bleiben. Sie mussten evakuiert werden. Ihre Heimat im Überschwemmungsgebiet macht die Aufgabe für die Verantwortlichen nicht einfach. Auf die Frage, ob das Projekt finanziell abgesichert sei, konnte Henning die Einwohner beruhigen. „Wenn wir etwas für zwingend notwendig erachten, haben wir es finanziert bekommen“, betonte der Direktor. Auch wenn bisher nur die Summe für die planerischen Arbeiten eingestellt sind. Übrigens würden die Einwohner auch nicht zur Kasse gebeten werden.

Verbandsgemeinde, Landkreis und LHW würden die Einwohner der Beusteraner Ortsteile nicht im Stich lassen. Das untermauerte an diesem Abend auch Landrat Carsten Wulfänger (CDU). Er erinnerte zudem an die jährlich abgehaltenen Hochwasser-Konferenzen. „Wir sind in enger Abstimmung mit dem LHW.“

Eine mögliche Maßnahme für Werder und Scharpenlohe ist der Bau eines Ringdeiches, eventuell unterstützt durch mobile Elemente bei den Zufahrten. Aber auch andere Varianten sollen nun geprüft werden, um anschließend Vor- und Nachteile abzuwägen. Osterburgs Flussbereichsleiter Has-Jörg Steingraf machte mit Blick auf die notwendigen Vermessungen darauf aufmerksam, dass der Betrieb natürlich zuvor das Gespräch mit den Grundstückseigentümern suchen wird.

Seit 2002 investierte das Land rund eine Milliarde Euro in den Hochwasserschutz, schafft zudem Entlastung durch Hochwasser-Polder. Die Bürger an dem Projekt beteiligen, so lautet das Ziel. In diesem Zusammenhang wies Horst Sandmann, Leiter der Wasserwehr, darauf hin, dass die Bürger sich mit Hinweisen an ihn oder die Verwaltung wenden könnten. Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth (CDU) ist ebenfalls froh, dass ein erster Schritt getan ist. Er kennt die Sorgen und Nöte der Elbanrainer, nahm den Kontakt zu den Verantwortlichen des Landesbetriebes auf.

In den Beusteraner Ortsteilen Werder und Scharpenlohe ist die Gefahr für Häuser, Leib und Leben größer als zuvor. Denn die Deiche, die Beuster und andere Orte im Einzugsgebiet schützen, sind so mächtig geworden, dass alle Häuser in Werder und Scharpenlohe tiefer liegen als erreichbare Pegelstände und damit bei jedem Hochwasser Gefahr laufen, überflutet zu werden. Das ist keine Vermutung, sondern seit 2013 bittere Realität. Werder besitzt rund 50 Einwohner, in Scharpenlohe sind fünf Bürger beheimatet, die dort dauerhaft wohnen.