Polkau l Oliver Laga ist 34 und wohnt mittlerweile in Salzwedel, wo er als kaufmännischer Angestellter im Holzhandel arbeitet. Zum Ausgleich ist er dem Fußball treu geblieben. „Ich bin in Osterburg aufgewachsen, habe aber in Erxleben in der D-Jugend gespielt. Zwischendurch war ich mal kurz beim OFC“, erzählt der Jüngste von Sparta. In Erxleben fühlt er sich am wohlsten. „Die schöne Stimmung und das Miteinander“ seien einfach nicht zu toppen. Gern nimmt er die längere Anfahrt in Kauf, um Sonntag um 10 Uhr auf dem Sportplatz zu kicken. Über 20 Leute kommen da locker zusammen: aus Ballerstedt, Krevese und Polkau, aber auch aus Miltern und Insel wie Maik Lewi. Ernst Falk ist mit 70 Lebensjahren der erfahrenste Spieler auf dem Feld. Und darf mittwochs bei den Ü-50-Spielen mitmachen. Denn ständig treten die „Alten Herren“ aus der Altmark gegeneinander an – in Freundschaftsspielen wohlbemerkt. Zuletzt waren Hassel und Stendal am Zug. Beim Dorffest in Jarchau am kommenden Wochenende ist die Teilnahme der Jungen wieder gefragt.

Gerald Diekau-Aßmuß, Vereinschef des SV Sparta, leitet seit drei Jahren die Geschicke in Erxleben, kennt als Kreveser die Fußballtradition in Erxleben und Polkau schon seit Jahrzehnten und übernahm gern die Führung. Beim Holunderblütenfest hatten die beiden Nachbardörfer allerdings das Nachsehen. Jeder gegen jeden, 15 Minuten – zum Mittagessen war alles entschieden. Titelverteidiger Polkau schaffte gerade so das Unentschieden gegen Erxleben, um einen Punkt zu bekommen. Dobbrun gewann einfach jedes Spiel und verwies die Konkurrenz aus Borstel aufgrund des besseren Torverhältnisses auf den zweiten Platz. Erxleben wurde Dritter, auf dem vierten Platz folgte Polkau.

Im Anschluss an das Fußballturnier machten die Osterburger Blasmusikanten ordentlich Stimmung. Nicht nur die früheren Mitglieder des Erxlebener Frauenchores sangen kräftig mit. Erwin und Karin Köberle aus Osterburg zum Beispiel radelten mit dem Fahrrad nach Polkau und setzten sich als echte Fans gleich traditionell in die erste Reihe. Lieblingslieder haben sie nicht. „Eins ist so gut wie das andere“, schwärmte Erwin Köberle. Schnell waren die Sitzplätze vergeben und Pärchen begannen zu tanzen.

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In der Zwischenzeit hatten Doreen Zarwel und Gabriele Lau schon einige Kinder mit bunter Schminke und hübschen Tiergesichtern versehen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich ein Fest verpasst hätte. Allein wegen der Atmosphäre!“, bemerkte Gabriele Lau, „schließlich kam ich bei der Namenssuche auf die Idee mit den Holunderblüten, und alle waren gleich begeistert – Lucas‘, Werners und alle, die bis heute aktiv mithelfen.“

Damals wie heute sorgt ihr Mann Uwe für den Bieranstich. Die Polkauer Frauen beköstigen mit Kuchen und Gegrilltem. Gerald Gehrmann hat als Vertreter der Polkauer Jäger die Regie beim Preisschießen übernommen. Die Dorfmeister-Titel sicherten sich Ramona Böhme und Heino Werner.