Osterburg l „Was gibts am Geburtstag?“ „Geschenke“, hallte es am Freitagnachmittag aus 100 Kinderkehlen der Osterburger Hortchefin Janett Käckenmeister entgegen. Und natürlich gingen während der Party viele Geschenke in die Hände des Hortes über. Dass die Kindereinrichtung jetzt ihren stolzen 70. Geburtstag feiern konnte, hat sie ihrer Chefin zu verdanken. Beim Aufräumen von „Bastelkram“ war Käckenmeister im Vorjahr auf „eine schon ziemlich vergilbte Volksstimme gestoßen.

Die Zeitung stammte aus dem Jahr 1999. In ihr habe ich einen Artikel entdeckt, der darüber berichtete, dass der Osterburger Hort 50 Jahre alt wurde“, erzählte Käcken­meister. Keine Frage, dass die Hortleiterin diesen „Wink“ nicht ungenutzt verstreichen ließ. Ganz im Gegenteil: Für den vergangenen Freitag wurde eine ordentliche Sause mit allem Pipapo auf die Beine gestellt. Hortkinder ließen ihre Einrichtung mit einem kleinen Programm hochleben, eine leckere Geburtstagstorte kam auf den Tisch. Und es stellten sich Gäste wie Bürgermeister Nico Schulz (CDU), Amtsleiterin Anke Müller, Grundschulleiterin Katrin Lehmann oder Ute Löschner als Leiterin der „Jenny Marx“-Tagesstätte ein, um die Kinder und ihre Betreuer zum Jubiläum ihrer Einrichtung zu beglückwünschen. Die Gratulanten kamen nicht mit leeren Händen.

So erntete Katrin Lehmann einen Jubelsturm, als sie ein Federballspiel überreichte. Ähnliche Begeisterung entfachte Nico Schulz, der die 150 Kinder, die derzeit auf dem Schulgrundstück am Hain sowie in der Außenstelle im Anne-Frank-Lernort betreut werden, für den Sommer zum Eisessen einlud. „Oder wir schicken einen Eiswagen vorbei“, versprach Schulz schmunzelnd. Ein duftes Geschenk machte sich der Hort selbst. „Wir rüsten unseren kleinen Fuhrpark weiter auf“, kündigte Janett Käckenmeister an, während ihre Kolleginnen drei Dreiräder, ein Einrad nebst „Tanksäule“ enthüllten. Klar, dass die Gefährte noch am Freitagnachmittag ihre ersten Runden drehten.

Ein anderes „Geschenk“ für den Hort dürfte dagegen noch eine Weile auf sich warten lassen. Denn auch wenn sich der Hort behaglich im Altgebäude der Grundschule am Hain eingerichtet hat, freut sich Janett Käckenmeister über die Pläne der Einheitsgemeinde, das heutige Verwaltungsgebäude an der Ernst-Thälmann-Straße perspektivisch zum neuen Hort umzubauen. „Dann wären endlich wieder alle unserer Kinder an einem Standort vereint“, begründete sie. Derzeit stecken diese Pläne aber noch in den Kinderschuhen. Denn bevor dieses Haus umgebaut werden könne, müsste erst der Rathaus-Anbau an der Burgstraße stehen und sämtliche Verwaltungsmitarbeiter an den Kleinen Markt gezogen sein, sagte Nico Schulz. Dass der Hort sein 80-jähriges Bestehen an der Ernst-Thälmann-Straße feiert, sei aber ein Ziel, dass man sich stellen könne, gab der Bürgermeister schmunzelnd zu verstehen.