Krumke l Voll besetzte Stühle, angeregte Gespräche, leckeres Essen, dazu ein Glas Wein und auf der Bühne begnadete Künstler, die für gute Unterhaltung sorgen. Eigentlich ein gewohntes Szenario bei der beliebten Konzertreihe „Töne und Tropfen“ im Kavaliershaus. Eigentlich. Denn am Freitagabend verlebten alle Anwesenden den Auftritt der noch recht jungen Band „Shimshon“ zwar ausgelassen und fröhlich, aber die Gefühle waren bei allen Beteiligten trotzdem gemischt. Der Grund: Auch im Kavaliershaus herrscht kulturell ab jetzt zur coronabedingten Zwangspause so gut wie Stillstand und die Angst vor dem Ungewissen macht sich erneut vor allem bei Betreiberin Annegret Spillner breit: „Man kann wirklich nur von Tag zu Tag denken. Ich bin über die Maßnahme der Schließung im Gastronomiegewerbe wütend und enttäuscht.“

Lokalpolitik zu leise

Die Kavaliershauschefin stehe in ständigem Kontakt zu den gebuchten Künstlern, disponiert um, sagt ab und plant neu, wie so viele ihrer Branchenkollegen auch. Dann am Freitagabend die zusätzliche Hiobsbotschaft des Landrates, ab Samstag nur noch Veranstaltungen bis 25 Personen zuzulassen. „Auch da musste ich kurzfristig wieder umdisponieren.“ Und weiter: „Ich wünsche mir diesbezüglich vor allem von unserer Lokalpolitik mehr Beteiligung.“

Lieferservice soll überbrücken

Zur Zwangspausenüberbrückung soll bereits wie zum ersten Lockdown ein angebotener Lieferservice die Existenz des Kavaliershauses sichern. Zudem könne man immer sonntags von 13 bis 18 Uhr vorbei kommen und sich beispielsweise ein Stück Kuchen abholen. „Bei Fragen oder Bestellungen kann man uns jederzeit telefonisch, per WhatsApp oder in den sozialen Medien kontaktieren“, informierte Annegret Spillner.

Bilder

Auch für „Shimshon“ war es der vorerst letzte Auftritt, der unter den strengen Hygienevorlagen stattfand. „Geben wir noch einmal richtig Gas, bevor die Grenzen wieder zu sind. Wir müssen rechtzeitig zurück sein“, witzelte Sänger Jens Bühring vor Konzertbeginn und fügte anschließend hinzu: „Hoffentlich wird die kommende Stille, dann auch die letzte Stille sein.“ Zusammen mit Philipp Wiechert, Franz Gruber, Jens Wunderlich und Jörg Piesendel an den diversen Instrumenten, präsentierte „Shimshon“ dem Publikum eine Mischung aus Jazz, Blues und Swing, garniert mit netten Anekdoten und kleinen, zirkusreifen Darbietungen.

Dem Publikum gefiel‘s, es spendete reichlich Applaus. „Es war ein bittersüßer Abend“, fasste Annegret Spillner die vorerst letzte Veranstaltung wohl am treffendsten zusammen.