Bevölkerungsentwicklung

Immer weniger Osterburger: Zahl der Einwohner geht weiter zurück

Die Einheitsgemeinde Osterburg hat im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 90 Einwohner verloren. In der Kernstadt sowie den Dörfern Königsmark, Ballerstedt, Walsleben und Meseberg fiel das Minus am deutlichsten aus.

Von Nico Maß 13.07.2021, 15:55
Weil das Diakoniewerk  Osterburg seine Heilpädagogische Einrichtung nach Seehausen verlegt und dort einen Neubau bezogen hat, ist im bisherigen Königsmarker Standort (Foto) Stille eingekehrt. Der Wegzug ist auch in der Bevölkerungsstatistik der Einheitsgemeinde abzulesen. Königsmark hat danach im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 27 Einwohner verloren.
Weil das Diakoniewerk Osterburg seine Heilpädagogische Einrichtung nach Seehausen verlegt und dort einen Neubau bezogen hat, ist im bisherigen Königsmarker Standort (Foto) Stille eingekehrt. Der Wegzug ist auch in der Bevölkerungsstatistik der Einheitsgemeinde abzulesen. Königsmark hat danach im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 27 Einwohner verloren. Foto: Jörg Gerber

Osterburg - Der Abstand zur Schwelle von 10 000 Einwohnern wächst: Nach den Zahlen aus dem Meldeamt im Osterburger Rathaus waren am 30. Juni 2021 noch 9769 Kinder und Erwachsene mit ihrem Hauptwohnsitz in der Einheitsgemeinde registriert. Im Vergleich zur Bevölkerungszahl am 31. Dezember 2020 büßte die Hansestadt damit insgesamt 90 Einwohner ein. Das Minus für die Kernstadt fällt mit 38 deutlich aus. Unter den Dörfern büßten Königsmark, Walsleben, Ballerstedt und Meseberg zweistellig Einwohner ein. Wobei das kräftige Minus in Königsmark (-27) und Meseberg (-10) laut Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) hauptsächlich dem Sondereffekt geschuldet sei, dass das Diakoniewerk Osterburg in beiden Orten Einrichtungen geschlossen hat.

Deutlich mehr Sterbefälle als Geburten

Neun Dörfer verzeichneten in der ersten Jahreshälfte Zugewinne. Am kräftigsten fiel das Plus in Flessau (+11) und Rossau (+10) aus.

Was auffällt: Konnte sich die Einheitsgemeinde Osterburg in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig über ein positives Wanderungssaldo freuen, verbuchte das Einwohnermeldeamt im ersten Halbjahr 2021 mehr Wegzüge. Denn während sich 151 Menschen im Rathaus als Neu-Einwohner der Einheitsgemeinde registrieren ließen, meldeten sich im gleichen Zeitraum 161 Personen ab. Aber auch die höhere Wegzug-Zahl erklärt sich laut Nico Schulz aus der Schließung der Diakonie-Einrichtungen in Königsmark und Meseberg. „Diesen Sondereffekt herausgerechnet, befinden wir uns beim Wanderungssaldo mit mehr Zu- als Wegzug weiterhin auf einem guten Weg“, äußert der Bürgermeister.

  • Die Einwohnerzahlen. In Klammern wird der Vergleich zu den Zahlen vom 31. Dezember 2020 dargestellt:
  • Osterburg: 5683 (-38)
  • Dobbrun: 112 (-1)
  • Krumke: 150 (+6)
  • Zedau: 86 (+1)
  • Ballerstedt: 191 (-11)
  • Klein Ballerstedt: 48 (+1)
  • Düsedau: 193 (+3)
  • Calberwisch: 96 (+1)
  • Erxleben: 281 (0)
  • Polkau: 98 (+2)
  • Flessau: 399 (+11)
  • Natterheide: 89 (0)
  • Rönnebeck: 86 (-1)
  • Storbeck: 137 (-3)
  • Wollenrade: 62 (0)
  • Gladigau: 191 (-4)
  • Schmersau: 73 (-2)
  • Orpensdorf: 38 (-4)
  • Königsmark: 184 (-27)
  • Rengerslage: 74 (-5)
  • Wolterslage: 51 (0)
  • Wasmerslage: 29 (+3)
  • Krevese: 248 (-4)
  • Dequede: 49 (-1)
  • Polkern: 126 (-2)
  • Röthenberg: 19 (-3)
  • Meseberg: 270 (-10)
  • Rossau: 334 (+10)
  • Schliecksdorf: 21 (0)
  • Walsleben: 335 (-12)
  • Uchtenhagen: 16 (0)
  • Einheitsgemeinde Osterburg insgesamt: 9769 (-90)

Der Grund für die weiterhin zurückgehende Einwohnerzahl ist dann eben auch in der hohen Diskrepanz zwischen Geburten und Sterbefällen zu finden. Denn erblickten im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 30 Mädchen und Jungen, die im Territorium der Einheitsgemeinde zu Hause sind, das Licht der Welt, musste die Kommune im gleichen Zeitraum 98 Sterbefälle registrieren. „Um diesen Sterbefällen steigende Geburtenzahlen entgegenzusetzen, müssen wir weiter an der Verbesserung der Lebensumstände für Kinder mit Familien arbeiten“, betonte Schulz.

Dazu gehört für ihn, „unsere gute Kinderbetreuung zu erhalten, Wirtschaftsförderung durch Neuansiedlung von Unternehmen im Zuge des Autobahnbaus zu betreiben, für schnelles Internet den Glasfaserausbau weiter voranzubringen und vor allem Wohnraum für Einfamilienhäuser zu schaffen.“ Dass es an Letzterem derzeit noch mangele, sei eine große Hürde für Familien, die nach Osterburg ziehen wollen, schätzte Schulz ein. „Deshalb schaffen wir mit dem Flächennutzungsplan neue Möglichkeiten und unterstützen Wohnbauvorhaben bei der weiterführenden Bauleitplanung“, stellte der Bürgermeister klar.

113 Ausländer wohnen in der Einheitsgemeinde

Die Halbjahresstatistik aus dem Osterburger Rathaus gibt auch Aufschluss über die in der Stadt und den Dörfern lebenden Ausländer. Am 30. Juni waren insgesamt 113 Frauen und Männer aus anderen Nationen mit ihrem Hauptwohnsitz in der Einheitsgemeinde Osterburg gemeldet. Und damit neun weniger als ein halbes Jahr zuvor. Am 31. Dezember 2020 hatte das Einwohnermeldeamt noch 122 Ausländer in der Einheitsgemeinde Osterburg gezählt.