Seit der Schließung des Häuschens am Bahnhof ist das frühere Dauerproblem wieder akut

In Osterburg fehlt eine öffentliche Toilette

Von Nico Maß

Besucher der Stadt, die ein dringendes Bedürfnis verspüren, stehen in Osterburg vor einem Problem. Es gibt in der Stadt keine öffentliche Bedürfnisanstalt. Und auch die Idee, in der Innenstadt die "nette Toilette" zu etablieren, ist wieder vom Tisch.

Osterburg l Es gab in den zurückliegenden Jahren schon mehrere Anläufe, um dem Dauerproblem der fehlenden öffentliche Toilette in Osterburg Herr zu werden. So investierte die Kommune 2002 einen Betrag in Höhe von rund 100000 Euro in ein Toilettenhäuschen am Bahnhof.

Im Juni 2012 wurde die sanitäre Einrichtung endgültig dicht gemacht, nachdem die letzte Pächterin nach dem Brand ihres Imbisswagens auf dem Bahnhofsvorplatz das Handtuch warf. Seitdem ist eine öffentliche Toilette in Osterburg Fehlanzeige. Nach dem Vorbild der "netten Toilette" in der befreundeten Stadt Soltau wurden Ende vergangenen Jahres insbesondere mit Blick auf die Innenstadt ähnliche Überlegungen im Osterburger Wirtschafts-Interessenring (WIR) laut.

Interessenring sieht die Stadt in der Pflicht

Für das Modell der "netten Toilette" , bei dem von Gastronomen sanitäre Einrichtungen zur öffentlichen Nutzung bereitgestellt werden, entwarf der Interessenring sogar schon einen Flyer. Mittlerweile sei das Projekt in dieser Form aber vom Tisch, bestätigte der WIR-Vorsitzende Thorsten Schulz auf Nachfrage der Volksstimme. Er sehe in allererster Hinsicht die Kommune in der Pflicht, für eine öffentliche Toilette Sorge zu tragen, stellte er klar. Nichtsdestotrotz sei der Wirtschafts-Interessenring aber bereit, die Stadt bei der Umsetzung eines möglichen Toilettenprojektes zu unterstützen, fügte der WIR-Vorsitzende hinzu.

Wie das ausschauen könnte, ist aber ungewiss. Gegenüber der Volksstimme bedauerte Bürgermeister Nico Schulz, dass die "nette Toilette" nicht in Osterburg Einzug hält. Wer im Stadtgebiet unterwegs sei und ein dringendes Bedürfnis verspüre, könne natürlich jederzeit die sanitären Einrichtungen im Verwaltungsgebäude an der Ernst-Thälmann-Straße oder im Rathaus am Kleinen Markt nutzen. Dies sei eine Alternative, aber eben auch keine ideale Lösung, schätzte der Bürgermeister ein.

Während mit dem unweit der Einkaufsstraße gelegenen Rathaus zumindest eine Notlösung in Sachen Notdurft existiert, sieht es für eine öffentliche Toilette im Bereich des Bahnhofs und des Busbahnhofs noch düsterer aus.

Keine Öffnung ohne Aufsicht

Im dortigen Stadtgebiet bestünde auch am dringendsten Handlungsbedarf, zeigte sich Schulz überzeugt. Dass dort befindliche Häuschen zu öffnen, ohne über eine Aufsichtsperson oder einen Pächter zu verfügen, sei aber keine Lösung, stellte der Bürgermeister klar. "Das hat die Stadt vor Jahren schon einmal versucht. Mit dem Ergebnis, dass es mutwillige Zerstörungen gab", blickte er zurück.

Schulz setzt nun darauf, dass sich mit den Erneuerungsarbeiten am Bahnhofsgebäude auch das Toilettenproblem am Bahnhof löst. "Denn im früheren Bahnhof soll ja auch eine gastronomische Einrichtung entstehen. Gut möglich, dass der Betreiber dieser Gaststätte dann interessiert ist, unser Toilettenhäuschen zu pachten", sagte der Osterburger Bürgermeister.