Seehausen l Ende Januar stellte Bürgermeister Rüdiger Kloth Führungskräften mit Mitgliedern aus dem Ordnungsausschuss des Verbandsgemeinderates die Möglichkeiten einer Drohne im Dienst der Feuerwehren am Seehäuser Gerätehaus als Anregung für eine Meinungsbildung vor, und ein paar Tage später war das fliegende Auge sozusagen auf dem kurzen Dienstweg schon angeschafft. Mittwoch wurde das neue Gerät ganz offiziell übergeben.

Kloth erinnerte vor dem Gerätehaus der Hansestadt noch einmal daran, dass zwei glückliche Umstände die Sache derart beschleunigt hätten. Zum einen war eine Wunschdrohne, die den Anforderungen der Seehäuser genügt, in Kyritz fast neuwertig, aber für die Hälfte des ursprünglichen Kaufpreises zu haben.

Sichere Erkundung

Zum anderen war die Finanzierung der Anschaffung abseits des Kommunalbudgets durch zwei Sponsoren gesichert. Die 1700 Euro, die für das kamerabestückte Fluggerät, zwei Ersatzakkus, Tablet und einen Transportkoffer reichten, teilten sich Ute Romahn, die mit der Neuen Linden-Apotheke in Seehausen eine ihrer Filialen betreibt, und die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA), vertreten durch den Magdeburger Abteilungsdirektor Frank Meyer und den Osterburger Geschäftsstellenleiter Björn Bach. Die Osterburger Apothekerin gibt regelmäßig Einnahmen aus Kundenaktionen für gute Zwecke weiter. Die ÖSA ist von Natur aus immer an der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren interessiert.

Bilder

Die Drohne wird auf dem Einsatzleitwagen der Stadtwehr stationiert, die bei größeren Schadenseregnissen ohnehin immer mit ausrückt. Mit dabei ein 32-Zoll-Flachbildschirm zur besseren Bilddarstellung, den Lutz Mewes (einer der stellvertretenden Verbandsgemeindewehrleiter) spendierte. Nützlich soll sich das aus der Ferne bediente Gerät zum Beispiel machen, um bei Waldbränden, Gefahrgutunfällen oder bei Hochwasser die Lage zu erkunden, ohne Menschen unnötig in Gefahr zu bringen.

Schulungen geplant

Die Anfang des Jahres verschärften Voraussetzungen zum Fliegen einer Drohne und zu deren Einsatzgebieten treffen auf die Feuerwehren sozusagen als verlängerter Behördenarm in Sachen Sicherheit nur bedingt zu. Trotzdem sollen die „Piloten“ laut Kloth geschult werden. Stadtwehrleiter Enrico Schmidt hat bisher sieben Kameraden ausgemacht, die sich für die Bedienung der Drohne interessieren.