Wanzer l Besucher und Nah­erholende können auf den Tafeln allerlei Wissenswertes zu diesem besonderen Natur- und Kulturraum erfahren, der in den vergangenen zwei Jahren mit viel Aufwand im Sinn der Biodiversität und Artenvielfalt wieder enger an die Elbe angeschlossen wurde. Möglich gemacht hat dies das Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz gefördert wird.

Die Aland-Brücke nahe der Gedenkstätte Stresow bietet einen Blick auf den niedersächsischen Ort Schnackenburg. Dort informiert eine Tafel über die Geschichte des Grünen Bandes und greift die Grenzlage dieses Landstriches während der innerdeutschen Teilung auf.

Am Deich in Klein Wanzer wird die Weichholz-Aue unter die Lupe genommen. Und am erst 2019 fertiggestellten Überleitungsbauwerk dreht sich alles um das Hochwassermanagement in der Elbe-Aland-Niederung.

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Eine weitere Tafel wurde an der neuen Pollitzer Brücke angebracht und bietet an der Sitzgelegenheit die Möglichkeit, mehr über den Naturraum der Wische zu erfahren. „Gemeinsam mit einer großen Schautafel an der Bockwindmühle in Wanzer geben sie ein umfassendes Bild von der Elbe-Aland Niederung. Auf jeder Tafel ist eine Karte abgebildet, die auf Besonderheiten in der Umgebung aufmerksam macht und zu weiteren Erkundungen einlädt“, fasst Sonja Biwer vom BUND-Auenzentrum Burg Lenzen zusammen.

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (Avifauna steht für Vogelwelt) hat zwei QR-Codes zu Verfügung gestellt, die auf entsprechenden Tafeln abgebildet sind. Scannt man sie mit dem Handy ein, leiten sie auf die Internetseite www.ornitho.de. Dort erfahren die Besucher dann, welche Vögel an dem jeweiligen Standort kürzlich beobachtet wurden.

Über das neue Informations­angebot freuen sich nicht nur die sachsen-anhaltischen Touristiker sondern auch der Geschäftsführer vom Tourismusverband Prignitz. „In die kommende Saison starten wir mit einer neuen Tourenempfehlung, der Grenzlandtour. Das ist eine rund 50 Kilometer lange länderübergreifende Radtour, die auch entlang einiger dieser Informationstafeln führt. Das ist eine tolle Ergänzung“, sagt Mike Laskewitz zu der Neuerung.

Derzeit prüft die Verwaltung des Biosphärenreservats Mittelelbe, ob sie auf dem Deich an der Hohen Garbe eine überdachte Sitzgelegenheit zum Zwecke der Naturbeobachtung aufstellen kann. Die Informationstafel für diesen Standort ist bereits fertig, aufgestellt wird sie dann gegebenenfalls gemeinsam mit der angedachten Sitzgelegenheit.

Die Tafel wird über den besonderen Wert der Hohen Garbe für die biologische Vielfalt und für die Menschen berichten. Wie auf einer Halbinsel im Elbstrom erstreckt sich nämlich dort ein etwa 200 Hektar großer Auwald. Solche naturnahen Auwälder, die vom Kommen und Gehen des Wassers gestaltet werden, sind in Deutschland sehr selten und stark gefährdet. Die Informationstafel informiert aber nicht nur darüber, sondern zeigt ebenfalls die Entwicklungen des Auwaldes über das letzte Jahrhundert auf und geht dabei auch auf die jüngsten Aktivitäten des BUND zur Renaturierung ein (wir berichteten).

Mehr Infos gibt es hier.