Osterburg l Weil noch offen ist, wann und wie in Sachsen-Anhalt die Ausbaubeiträge abgeschafft werden, köchelt Osterburg in Sachen Straßenbau und Co vorerst auf Sparflamme. Für die Neugestaltung des Parkplatzes an der Lindenstraße gilt das aber nicht. Weil sich Osterburgs größter Parkplatz im Altstadt-Sanierungsgebiet befindet. „Dieses Gebiet fällt nicht unter die Regelung der Ausbaubeiträge“, erklärt Bürgermeister Nico Schulz die Ausnahme, die im späten Frühling in Angriff genommen werden soll. Konkret will die Kommune noch das Stadt- und Spargelfest abwarten, zur Party dient das Areal wie gewohnt als Standort für Rummel- und Fahrgeschäfte. Danach sollen die Bauarbeiter aber loslegen, bestätigt Matthias Köberle. „Wir wollen im Juni beginnen“, kündigt der städtische Bauamtsleiter an.

Einfahrt wird versetzt

Nach den Planungen im Osterburger Rathaus soll der Parkplatz eine Oberfläche aus Asphalt erhalten, die Einfahrt auf die Fläche wird ein Stück weit hinunter in Richtung Lindensporthalle versetzt. Wie tief die Einheitsgemeinde für das Projekt in den eigenen Geldbeutel greifen muss, steht indes noch nicht gänzlich fest. Laut Bauamtsleiter müssten die konkreten Kosten noch ermittelt werden. Sicher sei indes, dass die Kommune bei der Parkplatz-Neugestaltung auf Fördergelder aus dem Stadtumbau-Ost-Programm bauen kann, macht Matthias Köberle deutlich.

Bei den Arbeiten wird aber nicht nur die Oberfläche der Stellfläche umgekrempelt. Nach Abstimmung mit der Feuerwehr habe man auch die Verbesserung der Löschwasserversorgung in diesem Stadtquartier auf dem Zettel, so Köberle. Verschwand die ursprüngliche Idee zum Bau einer Zisterne zwischenzeitlich in der Schublade, weil die Kommune die Bohrung eines Löschbrunnens favorisierte, liegt nun wieder das Anfangsprojekt auf dem Tisch. „Weil Untersuchungen aufgezeigt haben, dass es auf dem Grundstück nicht ausreichend Grundwasser gibt, werden wir doch eine Zisterne einrichten“, kündigt der Bauamtsleiter an. Die Zisterne soll 200 Kubikmeter Wasser aufnehmen können und ihren Platz im Erdreich unter der Stellfläche finden.

E-Tankstelle soll entstehen

Und noch ein weiteres Anliegen verbindet die Einheitsgemeinde mit der Parkplatz-Neugestaltung: Am westlichen Rand soll eine E-Tankstelle entstehen. Dieser Plan, mit dem die Kommune auf die erwartete steigende E-Mobilität reagieren möchte, sieht zwei Tanksäulen mit jeweils zwei Anschlüssen vor. Bei der Finanzierung dieses Projekts hofft man im Osterburger Rathaus auf Fördergelder. Entsprechende Optionen würden nach Angaben von Matthias Köberle derzeit in Abstimmung mit der Avacon ausgelotet.

Starten die Bauarbeiten pünktlich im Juni und tun sich unter der Oberfläche des Grundstückes nicht irgendwelche Überraschungen auf, soll die Neugestaltung des Parkplatzes noch in diesem Jahr Geschichte sein. „Das ist unser Plan. Wir wollen bis Ende 2020 fertig sein“, macht Matthias Köberle abschließend deutlich.