Bretsch l Nach zwölf Jahren guter ehrenamtlicher Arbeit gab Dieter Smyrek auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend in der Bretscher Gaststätte bekannt, dass er nicht mehr für den Vorsitz kandidieren möchte. „Wenn es am schönsten ist, dann sollte man gehen“, so Smyrek, der betonte, dass diese Arbeit ihm Spaß gemacht habe. Worte des Dankes gab es von Wilko Flohrstedt, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, und von Manfred Richter. Letzterer würdigte das hohe Engagement Smyreks in einer Laudatio.

Der Rückzug des bisherigen Vorsitzenden kam nicht überraschend. Gemeinsam mit dem Vorstand hatte Smyrek daher auch für einen Nachfolger gesorgt, der von den anwesenden 76 Waidleuten einstimmig gewählt wurde. Lars Falke, der bisher für das Schießwesen verantwortlich war, wird demnach das Erbe von Dieter Smyrek antreten. Zum neu gewählten Vorstand gehören weiter Dirk Matz (1. Stellvertreter), Andreas Thörmer (2. Stellvertreter), Susanne Kische (Schatzmeisterin), Dirk Fürst (Schriftführer), Martin Giffei (Schießwesen), Peter Kunze (Pressewart) und Heiko Ploewka (Hundewesen). Alle Vorstandsmitglieder wurden einzeln und einstimmig gewählt.

Vorab hatte Smyrek Rechenschaft über das vergangene Jagdjahr abgelegt. „Jagd ist tiefes Erleben der Natur. Daraus schöpfen wir die Motivation, uns mit Herz und Verstand aber auch unter Aufwendung teils erheblicher, auch finanzieller Mittel, für die einheimische Tierwelt und deren Lebensraum einzusetzen“, sagte er. Die Jägerschaft nehme auf eigene Kosten verantwortungsvolle Aufgaben im öffentlichen Interesse wahr. Wesentlicher Bestandteil sei die Hege mit dem Ziel, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten, zu verbessern oder auch wieder herzustellen.

Werbung

Werbung machte er für die Ausbildung von Jungjägern im Landkreis, damit auch für die Zukunft Jagd und Hege gesichert sind. 378 Mitglieder hat die Osterburger Jägerschaft zur Zeit. Das aktuelle Durchschnittsalter liegt bei etwa 58 Jahren und damit 10 Jahre über dem Altersdurchschnitt der Gesamtbevölkerung in Sachsen-Anhalt. Als dringend notwendig sieht Smyrek das Gewinnen jüngerer aktiver Jäger an.

Große Sorgen bereiten die Schwarzwildbestände an den Deichanlagen. Dies würde ein Fünftel des Jagdgebietes betreffen. Alle Klärungsversuche mit dem zuständigen Landesbetrieb seien erfolglos gewesen. Geht es nach der Jägerschaft, dann sollten die Deichanlagen zur nicht befahrbaren Zone erklärt werden. Dann müssten die Waidleute auch nicht für den Wildschaden aufkommen, so Smyrek. „Aus unserer Sicht ist es eine bauliche Anlage, wo es keine Wildschadensforderungen geben kann“. Werde es nicht so eingeordnet, dann müsse die Bejagung über den Elbverteidigungsweg ermöglicht werden. Dazu gehöre auch das Bergen und somit die Befahrung. Das Problem sei dem Jagdverband schriftlich mitgeteilt worden, bisher aber gab es keine Antwort.

Eine gute Arbeit attestierte Smyrek den 15 Hegeringen. „Unsere Jäger fühlen sich dort wohl“, sagte er und wünschte sich, dass es auch in Zukunft so bleibt.