Osterburg l Einmal im Jahr treffen sich Vertreter aller Feuerwehren der Einheitsgemeinde Osterburg zur Jahresinspektion. Weil das vor dem Einbruch der kalten Jahreszeit geschieht und die Blauröcke gern an Traditionen festhalten, ist der Tag wie schon zu tiefsten DDR-Zeiten als Winterfestmachung im Kalender angekreuzt. Sonnabend war wieder Zeit für die Winterfestmachung. In vier Gruppen rückten die Kontrolleure, die sich vor allem aus Führungskräften der Ortswehren rekrutierten gegen 7.30 Uhr sozusagen in alle Himmelsrichtungen aus, um den 24 Gerätehäusern und ein paar ausgewählten Löschwasserentnahmestellen einen Besuch abzustatten.

In den Feuerwehrdepots standen dann unter anderem die Sauberkeit und Ordnung, deren baulicher Zustand, aber auch die Pflege von Technik und Ausrüstung auf Einsatzfahrzeugen oder -hängern im Fokus der Prüfer. Kontrolliert wurden darüber hinaus die persönliche Schutzausrüstung der Kameradinnen und Kameraden und nicht zuletzt die Dokumentation von Einsätzen, Schulungen, ärztlichen Untersuchungen oder die Überprüfung von Unterflurthydranten, um nur einiges zu nennen. Für die spätere Auswertung der Inspektion zur Mittagszeit wurde alles penibel notiert.

Erfahrungsaustausch

Stadtwehrleiter Sven Engel versteht die Aktion nicht als Gängelei, sondern vielmehr als Bestandsaufnahme im Dienst der Feuerwehren und nicht zuletzt als ein Stück Erfahrungsaustausch vor Ort, bei dem es praktische Tipps unter Einsatzkräften gibt, die die ehrenamtliche Arbeit leichter und sicherer machen können. Außerdem wird so manche Ersatzbeschaffung bei den Vor-Ort-Terminen noch einmal verdeutlicht.

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Viele Kritiken der vergangenen Jahre waren offensichtlich angenommen worden, ließ Engel zufrieden durchblicken. Beim Abstellen von baulichen Mängeln sei das nicht immer gelungen. Es müssten auch mal kostenintensivere Sachen wie zum Beispiel das Nässeproblem im Dequeder Gerätehaus in Angriff genommen werden. Allgemein gelobt wurde die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für die Einsatzbekleidung aller Wehren, die im Osterburger Gerätehaus stationiert sind. Vor allem nach den Waldbränden dieses Jahres habe die rauchbelastete Schutzausrüstung öfter mal eine Frischekur nötig gehabt, wurde allgemein anerkannt.

Apropos: Anerkennung fand übrigens auch das Frühstück, das in den vier Ausrückebereichen gereicht wurde. Ebenso das Mittagessen, für das einmal mehr der Osterburger Feuerwehr-Förderverein verantwortlich zeichnete.

Am Tag der Winterbereitschaft trieben den Stadtwehrleiter indes noch ganz andere Sorgen um. „Wenn es nicht bald mehr regnet, beginnt das neue Jahr so, wie das alte endet“, so Engel mit Blick auf die allgemeine Brandgefahr. Außerdem könnte mit dem Erschöpfen von Brunnen und anderen Löschwasserentnahmestellen ein Problem auf die Kommunen zukommen, das bislang noch keiner so recht auf dem Schirm habe.