Behrendorf l Vieles passt gerade zusammen bei der Feuerwehr Behrendorf. Eine große Gruppe von Männern und Frauen ähnlichen Alters schätzt ihre Heimat und hat in der Feuerwehr ein gemeinsames, sinnvolles Ehrenamt gefunden, will etwas bewegen. Das drückt sich auch in den Mitgliederzahlen aus. Hatte die Wehr im Jahr 2009 noch 30 aktive Mitglieder, sind es nun 42. Gingen 2015 nur vier Jungen und Mädchen in die Jugendwehr, sind es jetzt elf, wobei auch Jugendliche aus Giesenslage und Berge zur Behrendorfer Jugendwehr gehören. Und diese Quirligen saßen bei der Jahreshauptversammlung am Sonnabend im Dorfgemeinschaftshaus selbstverständlich mit am Tisch.

Das fiel auch dem Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau auf. „Toll, dass ihr mit dabei seid.“ Schließlich seien die Kleinen von heute die Großen von morgen. Ein weiteres gesondertes Lob schickte Schernikau in Richtung der Kameradinnen. „Wir brauchen auch Sie unbedingt.“ Der Brandschutz als Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde sei – so paradox es auch sein mag – nur über das große Engagement von Freiwilligen, auch Frauen, zu meistern. Und an alle: „Herzlichen Dank für Ihren Einsatz, Ihnen gilt mein tiefer Respekt. Sie sind die stärkste Feuerwehr der Verbandsgemeinde und eine Größe im Zug Nord.“ Dass die Kameraden für ihr Ehrenamt nicht weniger als ihr Leben aufs Spiel setzen, werde bei Weihnachtsbaumverbrennungen und Co manchmal leider vergessen, so Schernikau.

Zehn Einstäze 2016

Aber zu 2016. Wie Ortswehrleiter Johannes Schäfer ausführte, waren die Behrendorfer zehn Mal im Einsatz. „Das ist relativ viel.“ Fünf Mal leisteten die Kameraden technische Hilfe. Sie räumten Bäume von der Straße, beseitigten Ölspuren und halfen am Räbeler Fähranleger sogar einmal beim Versuch der Reanimation einer Person, was letztlich leider nicht gelang. Eine Gartenlaube brannte, eine Scheune (Behrendorf) und es loderte in den Werbener Elbwiesen.

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Dazu kamen die Dienstabende, Ausbildungen auf Verbands-, Kreis- und Landesebene, Ausflüge mit der Jugendwehr und Ausscheide. Stunden, Tage, Wochen ihrer Freizeit stecken die Kameraden – gern – in die Feuerwehr. Wenn die VG dann mit der Zahlung der Entschädigungen nicht nachkommt, sei das laut Wehrleiter Schäfer „ein Schlag ins Gesicht, gegen jegliche Motivation“.

Ganz genau hätten die Kameraden die Entschädigungen für 2014 erst 2016 erhalten und jene für 2016 nur noch nicht, da Schäfer es nicht schaffte, die Einreichungsfrist von Unterlagen einzuhalten. „Das passiert schon mal, wir machen das in unserer Freizeit, die Verwaltung bekommt Geld für ihre Arbeit“, so Schäfer. Seine Botschaft war angekommen, Schernikau nehme sie mit in die Verwaltung. Ansonsten kündigte Schäfers Stellvertreter Benjamin Melms an, dass er künftig mehr Wehrleiteraufgaben übernehmen und im Wettkampfsport kürzer treten werde.