Osterburg l „Man wird auf Osterburg aufmerksam.“ Frank Hoche hat 2015 ein spürbar zunehmendes Interesse an der Biesestadt und ihrer Geschichte festgestellt. „Das lässt sich schon mit den Führungen durch das Museum oder die Stadt belegen, die Reisegruppen bei uns nachgefragt haben. Ihre Zahl ist im Vorjahr erheblich angestiegen“, begründet der Museumschef.

Frank Hoche ist sich sicher, dass 2015 kein positiver Ausreißer bleibt, „denn das verstärkte Interesse an Osterburg kommt nicht zufällig zustande. Es ist ganz klar ein Ergebnis der verstärkten Tourismusbestrebungen der Einheitsgemeinde.“

Winckelmann-Gesellschaft besucht die Stadt

Seit 2012 feilt die Kommune unter Federführung des Bürgermeisters Nico Schulz an der Verbesserung ihrer touristischen Angebote. Die Spannbreite der bereits in die Tat umgesetzten Projekte reicht vom Aufstellen großer Info-Tafeln über die Erstellung von Ausflugstouren bis hin zur Herausgabe neuer Info-Flyer, mit denen Osterburg auch auf Tourismusbörsen oder -messen für sich wirbt.

Winckelmann-Gesellschaft besucht die Stadt Wi

Als gelungenes Beispiel zur Erhöhung des eigenen Bekanntheitsgrades sieht Hoche auch die Veranstaltung „Winckelmann und Osterburg“ an, die Vertreter der Biesestadt Mitte September in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin und vor der Winckelmann-Gesellschaft in Szene setzten, um die Verbindung des Begründers der klassischen Altertumswissenschaften (1717-1768) nach Osterburg darzustellen. „Diese Veranstaltung hat sehr schnell zu einer für unsere Stadt erfreulichen Reaktion geführt. Als die Gesellschaft im Dezember ihre Jahrestagung in Stendal veranstaltete, hat sie dies mit einem Besuch von Osterburg verknüpft“, erzählt der Museums­chef.

Das Interesse an der Biesestadt nimmt nach Hoches Einschätzung also zu. Und davon dürfte auf Dauer auch das Kreismuseum profitieren, selbst wenn sich das noch nicht aus den Zahlen des Vorjahres herauslesen lässt. Knapp 6400 Besucher haben 2015 die Türschwelle zum Museum übertreten. Damit blieb die Gästeresonanz zwar leicht unter dem Schnitt der vorhergehenden Jahre. Hoche, der als Leiter der Museen des Landkreises Stendal auch die Führung des Prignitz-Museums in Havelberg verantwortet und dort im Buga-Jahr 2015 besonders eingebunden war, blickt dennoch zufrieden zurück. So bestachen gleich mehrere Ausstellungen des Kreismuseums mit guten Besucherzahlen, „aber ganz besonders freue ich mich über den großen Erfolg unserer letzten Sonderschau. Die historischen Ansichten aus Osterburg haben sich zu einem richtigen Besuchermagneten entwickelt“, sagt Hoche. Allein am ersten Adventswochenende zum Osterburger Weihnachtsmarkt nutzten mehr als 600 Neugierige die Extra-Öffnungszeiten des Museums, um in Alltagsszenen oder Impressionen des Osterburgs von Gestern einzutauchen, nennt der Museumschef ein Beispiel. Hoche hat auf das unerwartet große Echo reagiert, der Ausstellungszeitraum der Sonderschau wurde bis zum 24. Januar verlängert.

Ostermarkt bleibt Besuchermagnet

Bezahlt macht sich auch die seit 2014 verstärkt gehändelte Praxis, das Kreismuseum deutlich offensiver in markante Ereignisse der Stadt einzubringen. Zum Spargelfest öffnete die Einrichtung im vergangenen Jahr deshalb ebenso wie zum Adventsmarkt. Angebote wie diese locken zusätzlich Gäste in das Museum, die meisten Besucher zieht aber seit Jahren mit dem Osterburger Ostermarkt eine eigene Veranstaltungs-Tradition an.

Wie in den vorhergehenden Jahren erweiterte sich auch 2015 der Bestand des Mu­seums. „Vor allem aufgrund von Schenkungen oder durch Dauerleihgaben bekommen wir Jahr für Jahr neue Exponate hinzu“, sagt Hoche. Zu den besonders interessanten Neueingängen zählt der Museumschef eine Schülermütze aus dem heutigen Markgraf-Albrecht-Gymnasium. „Sie stammt aus den 30er Jahren und wurde von Dietrich Albrecht getragen“, erzählt der Museums­chef. Der Königsmarker sei schon wenige Jahre nach seiner Schulzeit im Zweiten Weltkrieg gestorben, fügt Hoche erklärend hinzu. „Er kam im Juni 1941 als Flugzeugführer in Russland ums Leben.“