Klein Schwechten l Drei Jahre ist es her, da lud die Agrargenossenschaft Klein Schwechten zum 25. Geburtstag ein. Am Sonnabend konnte Geschäftsführer Gerhard Hupe auf dem Gelände der Genossenschaft erneut Geburtstagsgäste begrüßen. Dieses Mal zum 50., da ging es allerdings um die Milchviehanlage (MVA), die bereits im Oktober 1968 in Betrieb genommen wurde. Nach Iden und Erxleben, so Hupe in seiner Festrede, sei es die dritte im damaligen Kreis Osterburg gewesen. Als Ziel stand damals unter anderem, die Bedürfnisse der Bevölkerung an gesunder Ernährung mit Milchprodukten zu wecken. Erster Anlagenleiter war damals Fritz Templin, es folgten Karl Erxleben und Joachim Mewes. Heute wird die Anlage durch Christian Schröder geleitet.

Für Klein Schwechten wurde damals ein neues Kapitel ländlicher Entwicklung aufgeschlagen. Es gab Arbeitsplätze, Wohnungen wurden gebaut, die Kindertagesstätte passte ihre Öffnungszeiten den Arbeitszeiten in der Anlage an, das zog damals auch junge Familien wieder aufs Dorf.

Hupe erinnerte daran, dass 50 Jahre MVA auch 50 Jahre Baugeschichte bedeuteten. Heute seien es nur noch die Außenwände, die aus der Zeit des Beginns stammen. Alles andere wurde modernisiert und umgebaut. Mit den Maßnahmen erhöhte sich auch die Zahl der Stellplätze für die Rinder. Weitere Bauten wie der Kälberstall, ein Bergeraum und das große Silo kamen mit den Jahren dazu.

Bilder

Entscheidung

Mit der Wende wurde die Entscheidung getroffen, an dem Standort weiter Milch zu produzieren. Das bedeutete damals aber auch, mit weniger Personal mehr zu produzieren. Es gab Umzüchtungsprozesse, in deren Ergebnisse dann größere Tiere standen. Dazu waren während der Geburtstagsfeier auch Bilder in einer Ausstellung zu sehen.

Viel wurde gebaut: So entstand 2005 eine neue Biogasanlage, die mit Gülle, Mais und Stallmist betrieben wird. Eine höhere Arbeitsproduktivität und bessere Arbeitsbedingungen brachte ein 32er Melkkarussel, das 2007 in Betrieb ging.

Weiter berichtete der Geschäftsführer von Umzüchtungen, von der guten Zusammenarbeit mit der Rinderallianz und auch von ständig neu gesetzten Zuchtzielen. Besorgt sprach er aber auch an, dass es der Lebensmittel-Einzelhandel ist, der die Bevölkerung versorgt. Oft werde dabei aber vergessen, dass die eigentliche Wertschöpfung dafür auf den Flächen und in Ställen wie in der MVA beginne. Dass die Landwirte nach den höchsten Umweltstandards der Welt produzieren, während die Lebensmittel vom Handel durch Dumpingpreise und tägliche Aktionsangebote regelrecht verschleudert würden, trübe die Stimmung im Berufsstand.

Von den Zuchtergebnissen der MVA konnten sich die Besucher dann an einem kleinen Ring überzeugen. Astrid Ziem von der Rinderallianz moderierte die vorgestellten Kühe, bevor zu einer Kräftigung am Grill eingeladen wurde. Gut gestärkt wurde dann zu einem Rundgang durch die Anlage eingeladen, eine aufgebaute Technikschau konnte besichtigt werden und es wurde zu Fahrten mit dem Kremser durch die Feldmark eingeladen. Ein umfangreiches Programm wartete auf die Geburtstagsgäste und es wird sicher nicht die letzte Feier gewesen sein. Denn nach 50 Arbeitsjahren kann die Milchviehanlage Klein Schwechten noch nicht in Rente gehen. „Sie wird für die Zukunft fit gemacht“, kündigte der Geschäftsführer abschließend an.