Osterburg l Ein verlegenes Lächeln hier, ein ernster, angestrengter Blick dort: Den Achtklässlern, die am Sonnabend in Osterburg im Rahmen zweier Feierstunden ihre Jugendweihe erlebten, stand die Aufregung schon beim Einzug in die Lindensporthalle und durch ein Spalier der Besucher ins Gesicht geschrieben. Klar, schließlich waren sie in diesem Moment nur noch ein paar Minuten entfernt vom Erwachsen sein. Auch wenn Moderatorin Janine Klesinski das „erwachsen“ in einer Rezitation schmunzelnd relativierte: Mit 14 sei man kein Kind mehr. Aber Gott sei Dank auch noch kein Erwachsener.

Weit voraus blickte aber schon Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (CDU), den die Interessenvereinigung Jugendweihe als Festredner gewonnen hatte. Er riet den jungen Altmärkern, „das Glück zum Maßstab des Lebens zu nehmen.“ Respekt, Vertrauen in sich selbst und andere, Gelassenheit, persönliche Freiheit und Selbstverantwortung, dazu Verantwortung für sich und die Gemeinschaft, in der man lebt, seien Werte und Einstellungen, die zum persönlichen Glück führen könnten.

Auf dem Lebensweg der Jugendlichen würden sich immer wieder Gabelungen auftun, die Entscheidungen abfordern. Genau das aber bedeute Erwachsen sein: „Entscheidungen treffen“. Und für die seien die jungen Frauen und Männer mit dem Übertritt ins Erwachsenenleben verantwortlich. „Zwei Optionen gibt es immer. Wer beide behalten will, wird stehen bleiben. Und dafür seid ihr zu jung.“ Gerade im „Niemandsland zwischen den Wünschen, dem Hoffen und auch Bangen angekommen“, stünden die Jugendlichen aber nicht allein. „Ihr habt Eltern, Freunde, Lehrer an eurer Seite, die dabei helfen werden, Unsicherheiten aus dem Weg zu räumen und euch Ratschläge zu geben. Gefragt oder ungefragt“, sagte Schulz und betonte: „Es ist eine Stärke, Hilfe anzunehmen.“ Schließlich legte er den Jugendlichen ans Herz, nicht in vertrauten, vorgelebten Strukturen zu verharren, „die vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr zu euch passen. Die euch daran hindern, euch zu entfalten, euren Weg zu finden, glücklich zu sein.“ Das Leben werde aus Mut gemacht. Und dies bedeute, das Bekannte zu hinterfragen und vielleicht zugunsten des Unbekannten zu riskieren. Schulz wünschte seinen jungen Zuhörern „jede Menge Glück“, anschließend gratulierten der Festredner und die Mitglieder der Interessenvereinigung den Achtklässlern mit Urkunden, Blumen und Büchern zur Jugendweihe. Den abschließenden Akzent setzte dann „Tick2loud“. Die Stendaler Band, die schon während der Feierstunden mit den Songs „Feuerwerk“ (Wincent Weiss) und „Seite an Seite“ (Christina Stürmer) zu gefallen wusste, sorgte mit „Auf uns“ (Andreas Bourani) für ein stimmungsvolles Ende.

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