Rossau l Da ist die Sache mit einem neuen Gerätehaus. Da das bisherige, 1931 eingeweihte Haus in Klein Rossau keinesfalls heutigen Ansprüchen genügt (es mangelt unter anderem an Sanitäranlagen und Umkleideräumen), ist der Bau eines neuen Stützpunktes faktisch abgemacht. An der Frage des Standortes scheiden sich zwischen Rossauer Räten und Osterburger Rathaus aber die Geister. Zwar ist die ursprünglich favorisierte Fläche der früheren Groß-Rossauer Gastwirtschaft mittlerweile aus der Diskussion, in der Ratssitzung kamen mit einem Gelände am Sportplatz oder dem Dorfplatz (gegenüber vom Jugendklub) aber Alternativen zur Sprache. Die von der Verwaltung befürwortete Variante, am Dorfgemeinschaftshaus einen Anbau hochzuziehen, stößt im Dorf auf Ablehnung. „Man stelle sich vor, wir haben den Saal für eine Feier vermietet. Und plötzlich stiefeln Kameraden in dem Objekt herum, weil sie zu einem Einsatz gerufen werden. Da sind Probleme regelrecht vorprogrammiert“, ahnt Bernd Drong.

Der Rossauer Bürgermeister kann auch nicht einordnen, „wo dieser Anbau seinen Platz finden soll. Nördlich schließt sich der Kindergarten an, im Süden grenzt das Gebäude an ein Privatgrundstück an. Der Anbau könnte also nur nach vorne raus, auf dem heutigen Parkplatz, gebaut werden. Aber das ist für uns nicht denkbar“, fügte Drong hinzu.

Mit ihren Bedenken blieben die Räte während der Sitzung aber unter sich. Zum eigentlich beabsichtigten Austausch mit kompetentem Personal aus dem Osterburger Rathaus kam es nicht, „weil sich Bauamtsleiter Matthias Köberle, der zur Sitzung eingeladen war, kurzfristig entschuldigen musste“, bedauerte Drong.

Wie der Ortsbürgermeister deutlich machte, bleibt die Ungewissheit, wie es in Sachen Gerätehaus weitergeht, nicht das einzige Fragezeichen. So wünsche man sich schon seit längerem Aufklärung über das Tätigkeitsfeld des Gemeindearbeiters. Es sei nicht nachvollziehbar, dass er beim Fegen öffentliche Grund­stücke wie den Jugendklub oder das Gerätehaus ausspare. Und gleichzeitig würden Bäume geschnitten, von denen keiner etwas gesagt habe, hieß es auf der Ratssitzung. „Deshalb beschäftigen wir uns mit Fragen, wem der Gemeindearbeiter unterstellt ist, welche Arbeiten er machen soll, welche nicht. Ist der Ortschaftsrat überhaupt befugt, ihm Aufgaben zu erteilen?“, sagte Drong. Auch zu diesem Thema würden klare Aussagen aus dem Osterburger Rathaus fehlen. Der Rossauer Ortschef erinnerte zudem an eine gemeinsame Ortsbegehung mit einem Mitarbeiter des städtischen Bauamtes. Dort sei auf Probleme, beispielsweise an der früheren Eisenbahnbrücke oder den Sanierungsbedarf des Lehrpfades an der Biese hingewiesen worden. „Passiert ist hinterher aber überhaupt nichts“, fasste Drong enttäuscht zusammen.

Kritisch blickten die Rossauer schließlich auch auf die per Änderungssatzung anvisierte Erhöhung der Beiträge für die Unterhaltungsverbände. Obgleich Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz die Nachricht über von den Stürmen im Herbst 2017 umgestürzte Bäume an der Biese an den Unterhaltungsverband weitergegeben habe, „liegen die Bäume vom Sturm immer noch“, so Bernd Drong. Warum solle man also zukünftig mehr bezahlen, wenn eh nichts passiere, lautete der Tenor im Ortschaftsrat. Das Rossauer Gremium lehnte die anvisierte zehnprozentige Erhöhung des Unterhaltungsbeitrages deshalb ab.