Osterburg l Die Idee von Thorsten Schulz, im doppelten Jubiläumsjahr 2019 (Vor 90 Jahren gründete August Huchel die Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft, zudem jährt sich am 6. Oktober zum 130. Mal sein Geburtstag) mit einem Kunstwerk an den „Spargelvater“ zu erinnern, schien Anfang April beinahe in trockenen Tüchern. Grund: Mit der BIG Städtebau und der von ihr ins Spiel gebrachten Aussicht auf Fördergelder aus dem Sanierungstopf war die geschätzt 7500 Euro teure Finanzierung der bronzenen „ovalen Spargelschale mit mehr als sieben Stangen nebst Spargelheber“ eigentlich gesichert.

Knapp acht Wochen später sind die Förderhoffnungen geplatzt. Nun hoffen die Ini­tiatoren auf Unterstützung aus dem Stadtsäckel. Doch obgleich erst im Bauausschuss die allererste Diskussion über eine Finanzierungsvariante anberaumt war, nach der die Einheitsgemeinde 6500 Euro aus ihrem Haushalt zur Verfügung stellen soll (die Ortschaft Osterburg würde die übrigen 1000 Euro beisteuern), kam schon vorher Gegenwind auf. Zum Beispiel in Gladigau. Dort machte Ortsbürgermeister Matthias Müller in der Vorwoche während der Einwohnerversammlung mit Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz (CDU) deutlich, gegen eine Finanzierung aus Stadtmitteln zu stimmen. „Die Burg, die wir am Ortseingang aufgebaut haben, ist von uns ausschließlich über Spenden bezahlt worden. Diesen Weg würde ich den Osterburgern bei ihrem Huchel-Kunstwerk auch ans Herz legen.“

Sein Osterburger Amtskollege würde die Erinnerung an Huchel gern noch in diesem Jahr an ihrem anvisierten Standort am nördlichen Rand der Innenstadt sehen, dennoch deutete Klaus-Peter Gose gegenüber der Volksstimme bereits Kompromissbereitschaft an. Auch er habe bereits vernommen, „dass es da kritische Stimmen gibt“, bestätigte der Osterburger. Deshalb könne er sich gut damit anfreunden, wenn man sich für die Vorbereitung und Erarbeitung einer Huchel-Würdigung doch ein Stück weit mehr Zeit lässt, zeigte Klaus-Peter Gose auf. Nicht zuletzt auch deshalb, „weil es mittlerweile auch schon ganz neue Ideen für das Kunstwerk gibt. Es lohnt sich ganz sicher, darüber nachzudenken“, fügte er hinzu.

Konkreter wollte sich der Osterburger Ortschef aber noch nicht dazu äußern. Erst einmal müsste sich der Ortschaftsrat der Biesestadt noch einmal mit dem Thema beschäftigen und über die neuen Gedankengänge ins Bild gesetzt werden, begründete Gose. Das bisher unter anderem auch von ihm befürwortete Modell, den Blickfang für den August-Huchel-Platz in Form einer ovalen Spargelschale auf einem Granitsockel und mit einer Gesamthöhe von 1,10 Metern zu gestalten, sei durch die neuen Gedankengänge zwar noch längst nicht aus dem Rennen. Konkurrenzlos ist die Spargelschale aber ganz offensichtlich nicht mehr.