Werben l Die Kommune will ihrer Kindertagesstätte im Ort unter die Arme greifen. Speziell die Erziehungsberechtigten der im „Storchennest“ betreuten Mädchen und Jungen sollen künftig etwas sparen. Dadurch erhoffen sich die Mitglieder der UWG-Fraktion einen Vorteil, der sich in der Anzahl bemerkbar machen könnte. Schließlich ist die Werbener Tagesstätte mit 13 Kindern die kleinste der neun Kitas auf dem Territorium der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.

Die Fraktion der Unabhängigen Wählergemeinschaft um Vorsitzenden Michael Nix brachte einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat ein. Dieser zielt auf den Kostenbeitrag, der in den Einrichtungen der Verbandsgemeinde identisch ist. Laut Antrag soll die Kommune zehn Prozent der Kita-Gebühren der Eltern übernehmen. Das wären bei derzeitigen Kosten von 201 Euro für eine Zehn-Stunden-Betreuung „nach Adam Ries“ 20,10 Euro. Dies solle ein Anreiz für die Sorgeberechtigten sein, hoffen die Unterstützer. Allerdings wurde der Antrag zunächst von der Tagesordnung genommen und solle während der nächsten Sitzung noch einmal diskutiert werden. „Wir wollen auch die Gebühren der umliegenden Gemeinden in die Diskussion miteinbeziehen“, betont Michael Nix. Viele Werbener Einwohner würden wohl ihre Kinder in Einrichtungen an ihrem Arbeitsort und damit in umliegenden Städten betreuen lassen. Ronny Gabel, Teamleiter Steuerungsunterstützung bei der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, geht von einer Zahl von 25 bis 30 Kindern im Krippen- und Kindergartenalter aus, die in Werben wohnhaft sind. 13 von ihnen sind aber nur im „Storchendorf“. Deshalb ist die Kita das „Sorgenkind“ in der Verbandsgemeinde, das Träger der Kitas ist. Die Verantwortlichen betonen jedoch, keine Einrichtung schließen zu wollen.

Die UWG als stärkste Fraktion im Werbener Stadtrat würde trotzdem gern sehen, dass die Tagesstätte mehr Kinder betreut. Deshalb solle eine Richtlinie zur Kostenübernahme erarbeitet werden - falls der Antrag die Mehrheit im Gremium findet. Laut Ronny Gabel sei dies möglich. Im Gegensatz dazu könnte der Stadtrat um Werbens Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos, UWG) jedoch die vom Arneburg-Goldbecker Verbandsgemeinderat festgelegten Kita-Gebühren nicht ändern. Aber es gebe eine Voraussetzung: Die teilweise Kostenbeitragsübernahme solle nur dann gezahlt werden, wenn entsprechende Haushaltsmittel der Stadt Werben zur Verfügung stehen. Das bedeutet, die Stadt darf sich beispielsweise nicht in der Konsolidierung befinden.

Inwieweit die Kosten der umliegenden Einrichtungen außerhalb der VG für die Stadtratsmitglieder eine Rolle spielen, steht auf einem anderen Blatt. Die Kosten für eine Zehn-Stunden-Betreuung für die Krippe ist beispielsweise in Seehausen höher, für die Kita günstiger. In Osterburg sind die Gebühren ebenfalls günstiger, in Stendal und Tangermünde höher.