Kossebau l Na, na, wer wird denn da traurig sein? Christina Wolter hat fünf Enkelkinder, die sie nun öfter besuchen kann. Sie hat einen Garten, dem sie sich nun mehr widmen kann. Sie hat mehr Zeit zum Basteln, sie kann ihr Leben viel flexibler planen – und doch kullerten am Montagvormittag die Tränen. Zum Beispiel als Kitaleiterin Kornelia Krüger äußerte, „dass unsere Tina doch immer da war, jeden morgen um 7 Uhr, immer zuverlässig. Nein, die Tina darf nie gehen, hab ich immer gesagt.“ Und sie tut es nun doch, aber erstmal sangen die Kinder gestern noch was Schönes für sie. „Der Ruhestand, der ist jetzt da, wir hoffen, es wird wunderbar.“ Klein Luisa saß dabei auf „Frau Wolters“ Schoß.

Zuletzt in der Mondgruppe

Hinterher gab‘s einen Rosenregen von den Kindern, Glückwünsche und Präsente auch noch vom Elternkuratorium sowie von Gert Reckling, dem Vorsitzenden des Kita-Fördervereins. Dieser wusste dem Abschied etwas die Schwere zu nehmen. „Ist das nicht schön, wenn man etwas hinter sich lassen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen kann? Fürchterlich schön“, sagte er lachend. Und wohl wissend, dass die Stunde nicht nur Christina Wolter schwer fiel. Auch Birgitt Gabel wird sich nun erstmal umstellen müssen. „Ich war ihre Co-Pilotin“, sagte sie. Die beiden Frauen hatten mit der Mondgruppe die Größten der Einrichtung gemeinsam unter ihren Fittichen. „Aber unsere Tina wohnt ja nicht weit weg. Das ist ein wunderbares Ziel mal für einen Wandertag“, kündigte sie gleich augenzwinkernd an. Genauso erbat sich die Kitaleiterin die Zusage, „dass wir dich anrufen können, wenn wir mal eine Frage haben, vor allem, was das Basteln betrifft“. Na klar, dürfen sie das! Kornelia Krüger verwies darauf, dass so vieles in Wichtelhausen an Christina Wolter erinnert. „Die ganzen kleinen Wichtel in den Fenstern zum Beispiel, du bleibst also ein Stück weit bei uns.“

Schließlich ließen alle zur Überraschung noch Luftballons in den Himmel steigen. „Wann habt ihr denn das noch gemacht“, fragte Christina Wolter erstaunt. Danach konnte endlich der Sekt geköpft werden, ohne Alkohol und mit Alkohol. Dazu gab‘s reichlich Schnittchen für alle – das Wetter spielte mit.

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Wieder Kindergärtnerin

Bereits am Vortag hatte das Erzieherteam „Tina“ überrascht. Mit einem Ausflug nach Werben ins Café Lämpel und die mächtige St. Johanniskirche, dann zur Töpferei nach Havelberg und ins dortige Café D8. „Das war wunderschön“, schwärmte auch die Kitaleiterin am Montag noch.

Wenn Christina Wolter sich noch einmal für einen Beruf entscheiden müsste, würde sie wieder den der Kindergärtnerin wählen. Vor ihrer Zeit in Kossebau war sie in der Krippe Lückstedt tätig, aber das ist lange her. Jetzt ist jetzt. Und wenn sich Christina Wolter auf eines ganz besonders freut, ist es das „morgens ausschlafen können“.