Seehausen l Die Arbeiten für den Neubau an der Seehäuser Kindertagesstätte Lindenpark kommen gut voran. Davon konnten sich auch die Mitglieder des Bau- und Sozialausschusses vom Verbandsgemeinderat Seehausen überzeugen, die in dieser Woche zu einer Besichtigung des Rohbaus eingeladen waren.

Neben einem Blick in die künftigen Räumlichkeiten für Kinder und Erzieher bekamen die Ratsmitglieder und die sachkundigen Einwohner von Baubetreuer Andreas Flatun den Eindruck bestätigt, den Bauamtsleiter Guido Mertens schon bei den jüngsten Sitzungen beider Fachgremien vermittelt hatte. Auch wenn die Putzer jetzt erst mit etwas Verspätung an die Arbeit gehen konnten und es im Bauablauf auch mal zu unvorhergesehenen Nachträgen kommt, ist das Geschehen sowohl finanziell als auch terminlich im Plan.

Neubau möglichst im Frühjahr fertig

Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) ist nach wie vor guter Hoffnung, die 1,2 Millionen Euro Stark-V-Fördermittel (wie gefordert) noch in diesem Jahr bei den Zuschussgebern abrechnen zu können. Leistungen von etwa einer Million Euro sind bisher in Auftrag gegeben. Insgesamt sind für die Investition, die eine moderne Betreuung von 130 bis 140 Kindern absichern soll, circa 2,2 Millionen Euro eingeplant.

Auf einen genauen Fertigstellungstermin für das neue Haus will sich nach wie vor niemand festlegen. Nur so viel: Der Bau soll möglichst im Frühjahr bezogen werden.

Naturnah kommt gut an

Parallel zu den Bauarbeiten machen sich Erzieher sowie Elternvertreter aus Kuratorium und Förderverein zusammen mit den Kinder der Einrichtung unter Moderation von Landschafts-Architektin Anja Oppor und Christian Schwander von der gleichnamigen Gärtnerei daran, die Gestaltung des Außengeländes zu planen. Letzterem gelang es früh, die Beteiligten für eine naturnahe Anlage zu begeistern. Platz für einen Neuanfang ist nach Abriss der alten Spielgeräte reichlich vorhanden. Schnell bildete sich eine Arbeitsgruppe, die sich am Dienstagnachmittag zum zweiten Mal traf und die Planerin mit kreativen Ideen verblüffte und begeisterte.

Einen großen Anteil daran haben die Mädchen sowie Jungen der Kita Lindenpark, die ihren Gedanken auf Modellen Gestalt verliehen, die zum Teil sogar der tatsächlichen Grundstücksaufteilung entsprechen. Perfekt wurde die Sache dadurch, dass Kinder und Erzieher die Modelle für ein naturnahes Spiel- und Abenteuergelände aus Naturmaterialien bastelten.

Abenteuerlust kommt nicht zu kurz

Dabei hatten sich die Protagonisten natürlich Gedanken über Spiel-, Beschäftigungs- und Kommunikationsmöglichkeiten an sonnigen und schattigen Plätzen gemacht, auf Anraten der Planerin bei aller Abenteuerlust aber auch auf Rückzugsorte geachtet. Neben klassischen Spielgeräten legen die Knirpse offenbar viel Wert auf ein modelliertes Areal mit Bergen und Tälern, auf Tunnel zum Verstecken und Ecken, wo sie mit Wasser hantieren können. Anja Oppor bekam mit dem zweiten Treffen der Arbeitsgruppe jedenfalls so viel Anregungen mit auf den Weg, dass sie zum nächsten Mal einen Entwurf präsentieren will, der bis Ende Oktober so verfeinert werden soll, dass Behörden und Bauverwaltung die Pläne mittragen können. Idealerweise liegt dann auch eine Kostenschätzung vor, die für die Planung des 2021er Haushaltes in den Verbandsgemeinderat getragen werden kann, um die endgültige Planung auszuschreiben .

Was die Kommunalfinanzen 2021 zulassen, ist noch nicht bekannt, aber Kloth ist dafür, das Außengelände um den Neubau zeitnah im kommenden Jahr zu gestalten. Um keine halben Sachen zu machen, könnte sich der Verbandsgemeindebürgermeister in Zeiten niedriger Zinsen sogar vorstellen, einen Kredit aufzunehmen. Die Vorsitzende des Sozalausschusses, Claudia Brünicke (parteilos), sieht das offenbar auch so. Das letzte Wort hat indes der Verbandsgemeinderat.