Seehausen l „Stein auf Stein, Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein“. Diese Zeilen des Kinderliedes „Wer will fleißige Handwerker sehen“ werden die Mädchen und Jungen der Seehäuser Tagesstätte „Lindenpark“ in den kommenden Wochen wohl öfter singen, während in ihrer Nachbarschaft der lange geplante Neubau Formen annimmt.

„Da tut sich richtig etwas“, blickt Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth auf die vergangenen Tage und auf die jüngste Beratung zurück, zu der sich Bauherren, Fachamt, Planer und ausführende Firmen wöchentlich vor Ort treffen, um die nächsten Schritte abzustimmen und Lösungen bei Unwägbarkeiten zu finden, mit denen man im Baugrund immer rechnen muss.

So wurde bei den Schachtarbeiten für das Fundament eine Regenentwässerungsleitung aus Zeiten des Altbaus gefunden, die dort niemand (mehr) vermutet hatte. Die Rohre sind inzwischen abseits neu verlegt (wir berichteten). Außerdem mussten sich die Bagger beim Ausheben der Baugrube deutlich Tiefer vorarbeiten als angenommen. Der Mutterboden war mit rund einem Meter deutlich mächtiger als sonst in Seehausen zu erwarten.

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Trotzdem liege man bislang sowohl zeitlich als auch finanziell im abgesteckten Rahmen, zeigte sich der Verbandsgemeindebürgermeister mit dem derzeitigen Stand zufrieden. Nachdem die Baugrube ausgehoben, diese mit wieder Kies verfüllt und Ver- sowie Entsorgungsleitungen an ihrem Platz waren, geht es dieser Tage ans Verlegen der Bewährung, damit in der nächsten Woche die Fundamentplatte in Beton gegossen werden kann.

Und, ja, es sei ein Richtfest vorgesehen, das wegen der Corona-Krise und den Abstandsregelungen im kleinsten Kreis ohne Bankett, dafür mit der obligatorischen Bulle über die Bühne gehen wird, so Kloth. Gemeint ist eine sogenannte Zeitkapsel für spätere Generationen mit Kopien der Baupläne, mit aktueller Währung, Zeitungen und oder ein paar Beiträgen der Lindenpark-Kinder.

Vielleicht kann dann ja später das Richtfest oder zur Fertigstellung des Objektes die Einweihungsfeier dann in einem größerem Rahmen und etwas entspannter als jetzt ausfallen, hofft der Verbandsgemeindebürgermeister.

Apropos entspannt: Eigentlich müssen die 1,2 Millionen Euro Zuschüsse aus dem Stark-III-Topf, die zu den rund 400 000 Euro Eigenmitteln für das Projekt verplant sind, bis zum Ende des laufenden Jahres verbaut und abgerechnet sein. Aber die Landesinvestitionsbank, die die Zuschüsse ausreicht, hat signalisiert, dass eine Fristverlängerung ins kommende Jahr möglich wäre. Hintergrund ist die Corona-Pandemie, die auch Auswirkung auf die Schlagkraft der Fachfirmen haben oder beim Material für Lieferengpässe führen kann. Ein Signal für das Rüdiger Kloth dankbar ist, obwohl man das Entgegenkommen zumindest nach derzeitigem Stand nicht in Anspruch nehmen müsste. Aber noch ist nicht aller Tage Abend.