Arneburg/Hohenberg-Krusemark l Der sich durch die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck schlängelnde Elberadweg ist ein Segen für die Region. Das wurde besonders in diesem durch die Corona-Krise bestimmten Jahr deutlich. Die Arneburger Touristinformation sprach von sehr vielen radelnden Besuchern, die speziell ab Ende Mai/Anfang Juni in der Region waren, Beherbergungs- und gastronomische Angebote annahmen. In Werben zogen die Verantwortlichen ebenso ein positives Fazit bezogen auf die Anzahl der Radfahrer.

Offiziell über Hohenberg-Krusemark

Um den sportlichen Besuchern einen noch besseren Überblick während ihrer Tour zu verschaffen, wurden in den vergangenen Tagen und Wochen noch mehr Hinweisschilder in der Region aufgestellt. Die sogenannten Knotenpunkte sind zudem mit Zahlen gekennzeichnet, die einer optimaleren Orientierung dienen sollen. Allerdings weichen die Schilder vom offiziellen Trassenverlauf der Strecke ab. Beispielsweise begegnet der umsichtige Radler am Arneburger Verwaltungshaus in Nachbarschaft der Touristinformation solch einem Wegweiser: Wenn dieser aus Richtung Tangermünde kommt und weiter auf dem Elberadweg gen Norden will, wird er unmissverständlich in Richtung Dalchau geführt. Das ist zwar die kürzeste Strecke – aber nicht die offizielle. Diese führt über Hohenberg-Krusemark.

Kommunen waren sich einig

„Das kann nicht sein und ist schon kurios“, ist Dirk Kautz (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Hohenberg-Krusemark, verärgert. Sein Amtskollege aus Arneburg, Lothar Riedinger (CDU), hätte die Verantwortlichen bereits vor dem Aufstellen der Wegweiser auf den Fehler, der in der Planung zu sehen war, hingewiesen. „Ich habe mich schon sehr gewundert“, sagt Riedinger über die nach Dalchau zeigenden Hinweisschilder.

Bilder

In der Vergangenheit gab es bereits Diskussionen zum Verlauf des Elberadwegs in der Verbandsgemeinde. Die beiden betreffenden Kommunen, die Stadt Arneburg und die Gemeinde Hohenberg-Krusemark, sollten Stellung beziehen. Der Landkreis bat darum. Es hätten sich Radler beschwert, da nicht die kürzere Verbindung angezeigt wird. Beide Kommunen fanden einen Konsens: Der seit den 90er Jahren bestehende Trassenverlauf soll bestehen bleiben. Und dieser führt von Arneburg in Richtung Groß Ellingen, über Hohenberg-Krusemark und Schwarzholz in Richtung Büttnershof. Weiterhin streben die beiden Kommunen an, die Straße von Arneburg in Richtung Kreuzung zur Landesstraße 16 sozusagen für die radelnde Bevölkerung „fit“ zu machen. Beide setzen sich dafür ein, dass dort ein Radweg entsteht. Auf der offiziellen Elberadweg-Route.

Schilder sollen korrigiert werden

Sind die nun angebrachten Hinweisschilder ein Zeichen dafür, dass der Landkreis die Trasse doch noch ändern will? Der Landkreis verneint es und begründet dies mit der Einigung der beiden Kommunen. „Ein Trassenänderungsverfahren gemäß Landesradverkehrsplan Sachsen-Anhalt für den Elberadweg kann nur durch Beschluss der Kommune, über den Landkreis Stendal, beim Landesverwaltungsamt Halle beantragt werden“, teilt der Landkreis auf Nachfrage mit. Das Landesverwaltungsamt entscheide letztendlich über die Trasse. „Abwägungen in den betroffenen Gemeinden flossen in die Beibehaltung der Trasse Arneburg-Groß Ellingen-Hohenberg-Krusemark-Rosenhof ein. Somit wurde kein Trassenänderungsantrag durch die Gemeinden beantragt.“ Der Radfahrer entscheidet eigenständig, welche Wege er für seine Tour nutzt. Er könne über Hohenberg-Krusemark oder über Dalchau fahren. „Durch die Einführung der Knotenpunktwegweisung durch die Kommunen wird sich die Situation in diesem Bereich weiter entspannen“, kann sich der Landkreis vorstellen. So sind beide Routen auf den Wegweisern vertreten, zusätzlich mit Zahlen versehen.

Trotzdem ist die Elberadweg-Kennzeichnung in Richtung Dalchau fehlerhaft. Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau (parteilos) gibt zu, dass diese aktuelle Situation nicht gewollt sei, und verspricht, dass sie korrigiert wird.