Osterburg l „Auf unseren Listen finden sich mehr Frauen. Und wir haben auch jüngere Bewerber.“ Rainer Moser, der die SPD-Fraktion im Osterburger Stadtrat führt, blickt zufrieden auf die Kandidatenkür seines Ortsvereins zurück. Zwar haben die Genossen wie alle anderen Parteien, Wählergemeinschaften oder Einzelbewerber noch bis zum 18. März Zeit, bevor die Unterlagen bei Wahlleiter Detlef Kränzel vorliegen müssen. Dennoch machten die Sozialdemokraten und ihre parteilosen Sympathisanten schon in der Vorwoche Nägel mit Köpfen.

Gänzlich abgeschlossen ist die Personalfrage indes nicht, stellt Moser klar: „In der kommenden Woche treffen wir uns erneut. Dann geht es um die Platzierung der einzelnen Kandidaten auf den Stadtrats- und Ortschaftsratslisten.“ Auch inhaltliche Fragen dürften auf der Agenda stehen. Klar ist schon jetzt, dass die zukünftigen Mandatsträger das Anliegen der aktuell dreiköpfigen Fraktion weiter verfolgen sollen, in der Stadtpolitik nicht die Dörfer aus dem Blick zu verlieren. „Aber darin sind wir uns im Grunde mit dem gesamten Stadtrat einig“, sagt Moser. Er wisse ohnehin zu schätzen, dass im Rat eine angenehme Atmosphäre herrsche. Und wenn man sich mal fetze, gehe es um Themen, um die Sache, nicht um Ideologien. Aus diesem Klima heraus konnte die SPD-Fraktion auch mühelos andere Stadträte hinter sich bringen, als sie die Inititative startete, in den Sitzungen der empfehlenden Ausschüsse Bürgerfragestunden zu installieren.

Eine andere Erfolgsgeschichte, die sich der elf Mitglieder zählende Ortsverein abseits der Kommunalpolitik auf die Fahnen schreiben kann, „ist das Kinderfest, dass wir am 1. Juni im Biesebad veranstalten“, erzählt Sandy Schulz. Die zweite Auflage des Festes, die 2018 über die Bühne ging, habe sehr viele Kinder in das Flussbad gelockt. „Es wäre toll, wenn wir in diesem Jahr am 1. Juni eine ähnliche Resonanz erleben“, wünscht sich die Ortsvereinsvorsitzende.

Mit Sorge blicken die Sozial­demokraten dagegen auf die angekündigte Reduzierung der Stadträte. Weil die Einwohnerzahl der Einheitsgemeinde unter 10.000 gefallen ist, wird der neue Rat nur noch über 20 Plätze verfügen, acht weniger als bislang. „Das ist schon heftig, da fällt ein Stück Demokratie hinten weg“, ahnt Rainer Moser voraus, „Und dieser Schritt kommt zu abrupt“, ergänzt Heinz Riemann. „Schon jetzt sind nicht alle Ortschaften der Einheitsgemeinde mit zumindest einem Abgeordneten im Stadtrat vertreten“, erinnert er. Der Rossauer bedauert, dass die vom Land vorgegebene Reduzierung der Stadtratsmandate zukünftig weniger Einwohnern ermöglicht, auf der Bühne der Kommunalpolitik die Interessen der Bevölkerung zu vertreten und sich in die Gestaltung der Region einzubringen. Mit Regelungen wie dieser nehme man Bürgern die Lust, sich zu engagieren, zeigte sich Heinz Riemann überzeugt.

Diese Frauen und Männer aus der Einheitsgemeinde Osterburg wollen am 26. Mai 2019 für die SPD zu den Kommunalwahlen antreten: Kreistag: Sandy Schulz (Osterburg), Rainer Moser, Peter Leier (beide Königsmark). Stadtrat: Rainer Moser (Königsmark), Thorsten Schulz (Osterburg), Heiko Fischer, Torsten Engels, Eileen Fischer (alle Erxleben), Ortschaftsrat Osterburg: Thorsten Schulz, Ortschaftsrat Erxleben: Heiko Fischer, Eileen Fischer, Sabrina Kiebach-Engels, Torsten Engels, Ortschaftsrat Königsmark: Rainer Moser.