Nahversorgung

Kommunen suchen nach Zukunftsmodell

Osterburg und Seehausen wollen untersuchen, wie unabhängig von einem Dorfladen Nahversorgung auf dem Land funktionieren könnte.

Von Nico Maß

Osterburg/Seehausen l Mit „Mona Lisa“, so die Kurzform für das Projekt „Neue Formen der mobilen Nahversorgung in ländlichen Regionen“, wollen Osterburg und Seehausen dem schon Jahre währendem Prozess des Ladensterbens auf dem Land begegnen.

Dabei denken die beiden Kommunen an ein Modell, dass in der Hauptsache über Verkaufsstationen wieder Waren des täglichen Bedarfs in die Dörfer bringt. Einheits- und Verbandsgemeinde möchten ausloten, ob es machbare Praxis werden könnte, dass mobile Dienstleister wie Physiotherapeuten, Logistikunternehmen oder Verkaufswagen, die ohnehin die Dörfer ansteuern, gegen ein Entgelt Verkaufsstationen in den Orten mit Waren bestücken. Und zwar mit Artikeln, die Einwohner aus dem jeweiligen Dorf zuvor, beispielsweise per App übers Smartphone, geordert haben. Ob dieses Denkmodell für die Praxis taugt und beispielsweise für größere Dörfer auch Läden mit eigenem Personal denkbar sind, soll „Mona Lisa“ beantworten.

Für das Projekt machen sich Osterburg und Seehausen das wissenschaftlichen Know How der Hochschule Harz zunutze. Die Hochschule könnte unter anderem eine Machbarkeitsstudie zum anvisierten Versorgungsmodell einschließlich eines Wirtschaftlichkeits- und Logistikkonzepts sowie einer Marketingstrategie erarbeiten. Darüber hinaus stehe auf der Agenda, Fördermöglichkeiten für die Umsetzung zu recherchieren sowie in der Region ein Netzwerk aus Partnern aufzubauen, die bei der Verbesserung der Nahversorgung in den Dörfern mit Hand anlegen wollen.

Um dieses Konzept und seine Erarbeitung finanzieren zu können, haben die Einheitsgemeinde Osterburg und die Verbandsgemeinde Seehausen Anfang November 2020 einen Förderantrag beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gestellt, bestätigte Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz (Freie Wähler) .

Die beiden Kommunen gehen für die Projekt-Erarbeitung von Gesamtkosten in Höhe von 25000 Euro aus und hoffen auf eine 80-prozentige Förderung. Die übrigen 20 Przent, rund 5000 Euro, würden Einheits- und Verbandsgemeinde aus den eigenen Geldbeuteln beisteuern.

Ob Osterburg und Seehausen tatsächlich mit finanzieller Unterstützung aus der Bundeshauptstadt rechnen können, ist nach Angaben des Osterburger Bürgermeisters zwar noch nicht definitiv entschieden. Allerdings würden empfangene Signale wie zwei Rückfragen im Vormonat sehr zuversichtlich stimmen, äußerte er. Mit einem Bescheid rechnet Nico Schulz für diesen Monat. Sei der positiv, könne „Mona Lisa“ Anfang März gestartet werden. Ein Jahr später dürfte die konzeptionelle Vorarbeit abgeschlossen sein. Führen die Studien dann zu einem positiven Ergebnis, könnte also ab 2022 damit begonnen werden, das Konzept auch praktisch in die Tat umzusetzen.