Osterburg (ama) l Aufgeregt? Keine Spur! Doch auf Nachfrage kam bei den elf Konfirmanden aus Osterburg, Zedau und Meseberg das Gegenteil heraus. Am Pfingstsonntag bekräftigten sie ihren christlichen Glauben in der Kirche zu St. Nicolai.

Die Mädchen waren teilweise halb sechs aufgestanden, um die Frisur auf den Punkt zu bringen. Laurin Melms reichte acht Uhr aus, Duschen und Haarelegen inklusive, verriet der Osterburger schmunzelnd.

Zwei Jahre hatten sie 14-tägig den Konfirmandenunterricht besucht, anfangs mit Pfarrerin Claudia Kuhn, zuletzt mit Pfarrer Jan Foit, der zusätzlich in Pauline Woop Unterstützung fand. Eine Woche zuvor legten sie mit dem selbst gestalteten Gottesdienst in Osterburg ihr Gesellenstück vor. Fazit? „Wir waren mit Freunden zusammen und hatten viel Spaß. Dass es so locker war und nichts gezwungen, fand ich am schönsten“, sprach Hannah Köberle für die Gruppe.

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„Mit Gott kannst du immer rechnen“, hatte Jan Foit den Gottesdienst an Pfingstsonntag übertitelt. Und gleich ging es los mit dem Rechnen. „Stell‘ dir vor, du wärst Busfahrer!“ Dann begann er eine Reihe von Aufzählungen, wer ein- und aussteigen würde. Am Ende überraschte er mit der Frage: „Wie alt ist der Busfahrer?“ Kein Witz. Der Pfarrer mag Mathe, aber hier ging es ums Aufpassen. Hatte er nicht gesagt: „Stell‘ dir vor...?“

Eltern überreichten Kerzen

Um die Konfirmanden sollte es gehen. Sie allein. Zahlen prangten über ihren Köpfen: 1,2, 3 für Gott, Jesus und den heiligen Geist, die 4 und die 6 für das Datum, die 7 für die Tage, in denen Gott die Welt erschaffen hat, die 8 für Unendlichkeit. Rot verdeutlichte die Liebe, Blau den Himmel.

„Geht den Weg weiter! Ihr werdet feststellen, mit Gott zu rechnen, ist einfacher als ohne ihn“, gab Foit mit auf den Weg.

Die Konfirmationssprüche, selbst ausgewählt, werden sie außerdem begleiten. Mancher hatte einen kurzen Vers gewählt, der alles sagt, wie zum Beispiel: „Alles ist möglich, dem, der da glaubt.“ Gratulation auch von der Gemeindekirchenratsvorsitzenden Renate Böhm. Soweit waren die Konfirmanden über den Ablauf informiert. Zu ihrer Überraschung überreichten im Anschluss ihre Eltern selbst gebastelte Kerzen zum Ehrentag.

Schließlich gab es für die nun zur Patenschaft und Kirchenwahl Berechtigten „noch was auf die Ohren“, wie Foit ankündigte. Tabiha Harzer sang den Segen, Kantor Friedemann Lessing stimmte erst mit den Nicolaibläsern ein Lied an, dann ließ er die Orgel erklingen. Halleluja!