Osterburg l „Um neun soll es aufhören zu regnen“, prophezeite Anette Bütow. Mit ihr hatten Fabian Rieger, Julia Kamp, Martin und Christoph Korsmeier Unterschlupf an der Bushaltstelle gefunden. Und da kamen auch noch Anett und Ralf Hoppe mit Schubkarre und Leiter, Andreas Elsholz und Sohnemann Ben in die Runde. Nun konnte es losgehen.

Zur Vorgeschichte: Im März hatte die Gruppe auf dem Hof von Helmut Sasse 100 Nistkästen gezimmert. „Es gab eine richtige Fertigungsstraße: schrauben, bohren, hämmern“, berichtete Korsmeier, „die Kinder machten begeistert mit.“ Das Ergebnis waren nach drei Wochenenden mit je vier Arbeitsstunden 100 Nistkästen. Die alten Dielen von Sasses Scheune hatten somit praktische Verwendung gefunden und wurden zu neuem Lebensraum für die gefiederten Freunde.

Beim Handwerkeln dachten die Helfer gleich noch an die Artenvielfalt, für Meisen und Stare braucht man schließlich verschieden große Löcher. 15 Helfer kamen beim Aufhängen zusammen.

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Zuwachs von Vögeln

Nachdem die BUND-Mitglieder und Naturfreunde in Osterburg 60 Kästen positioniert hatten, konnten sie im Laufe des Jahres tatsächlich einen Zuwachs von Vögeln beobachten. „Immer wenn ich auf den Zug wartete, fiel mir das Vogelgezwitscher auf“, so Anette Bütow, „auch auf den Werderwiesen wurden die Nistkästen gut angenommen.“

Jetzt muss aber alles raus. Es wird ausgemistet, damit wieder neu bezogen werden kann. „Wir haben 90 Prozent Auslastung der 20 Nistkästen im Bereich Werderwiesen zu verzeichnen“, zog Helmut Sasse am Sonnabend zufrieden Bilanz, „Spitzenreiter war ein Kasten mit drei Bebrütungen und ein anderer mit zehn Zentimeter Moosbett durch eine Meise. Das war ausgerechnet der Kasten über der Bank an der Weide, für die der Ortschaftsrat gesorgt hatte.“ Nur zwei Kästen mussten erneuert werden.

Um den Bahnhof und Seggeweisenwall lag die Auslastung bei 80 Prozent. „Viele haben uns beim Anbringen der Kästen angesprochen, wollten Tipps für ihren Garten“, so Helmut Sasse, „das macht richtig Spaß.“

Die nächste Nistkästenbauaktion soll nicht lange auf sich warten lassen. Anfang des Jahres wird bei Sasses wieder gezimmert.

Vorher sollen Bäume gepflanzt werden. „Schon lange war mir aufgefallen, dass in Osterburg mehr und mehr Bäume verschwinden. Das war mir ein Dorn im Auge“, erklärte Fabian Rieger. Er fragte nach, forderte die Liste der gefällten Exemplare an. Nicht umsonst gibt es in Osterburg eine Baumschutzssatzung. Durch Spenden des BUND ist die Baumpflanzaktion am kommenden Sonnabend gesichert. Ahorn, Linde, Rosskastanie und Buche sollen in den Boden.

Am kommenden Sonnabend um neun Uhr ist Treffpunkt für alle freiwilligen Helfer, am Skaterplatz beziehungsweise an der Bushaltestelle. Zehn Bäume sollen dann den Seggewiesenwall, in der Ernst-Thälmannstraße und August-Bebel-Straße das Stadt- und Naturbild aufpeppen und neuen Lebensraum für Tiere bieten.