Eichstedt l Elvira Walther und Hiltraud Diekvoß hatten sich für Sonnabend ganz fest vorgenommen, das Orgelkonzert in Eichstedt zu besuchen. Davon konnten sie weder Wind noch Regen abhalten. Mit dem Fahrrad machten sich die Goldbeckerinnen gen St. Katharinen auf, um sich unter die rund 30 Zuhörer zu mischen. Einmal mehr hatte der Förderkreis der Kirche zum Musikerlebnis geladen, die Organistin Josefine Horn kam dafür extra aus Berlin angereist – eingefädelt hat es Dorothee Kilbert. Die Berlinerin wuchs von 1954 bis 1961 in Eichstedt auf, „das hier ist nach wie vor meine vertraute Heimat“. Ehrensache, dass sie deswegen zur Einweihung der restaurierten Orgel erschien. Damals wuchs auch in ihr der Wunsch, dies tolle Instrument möge oft bespielt werden. Dass sie Josefine Horn in die Altmark lotste, war nun ihr Beitrag dazu.

Verschiedenste Werke brachte die Organistin zu Gehör, darunter Flöten- und Harfenstücke von Johann Sebastian Bach und Joseph Haydn sowie Werke von Johann Ludwig Krebs, Theodor Dubois oder William Lloyd Webber. Letzterer ist der Vater des bekannten (Musical-)Komponisten Adrew Lloyd Webber, wie Dorothee Kilbert dem Publikum mitteilte. Zu fast jedem Stück fand sie ein paar einleitende Worte. Und dann war das knapp einstündige Konzert gespielt. Adelheid Schmersau vom Förderkreis bedankte sich beim Besuch aus Berlin, gab kund, „dass unsere Orgel uns immer wieder überrascht“ und überreichte Josefine Horn einen Blumenstrauß. Gefragt, wie sich die Helbig-Orgel denn so spiele, antwortete diese mit einem lächelnden „Ja“. Und meinte damit, dass so alte Instrumente im Spiel schon eine Herausforderung seien, „sie ist recht eng und schwergängig“. Aber Josefine Horn, die öfter auf fremden und älteren Orgeln spielt, sei dies gewöhnt. Also Daumen hoch.

Elvira Walther und Hiltraud Diekvoß haben das Konzert in jedem Fall genossen. Elvira Walther, die früher in Stendal wohnte, hat dort öfter Orgelkonzerten gelauscht. Jetzt war es mal wieder an der Zeit, „ich mag Orgelmusik gerne, werde mir zu Hause gleich welche auflegen“. Nach der Fahrradfahrt, zum Konzertende zeigte sich der Himmel freundlich.

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