Ausschuss empfiehlt DIN-gerechten Ausbau des Wahrenberger Feuerwehrgerätehauses

Kostengründe sprechen gegen Vereinshaus

Von Andreas Puls

Auf Ebene der Verbandsgemeinde Seehausen wird seit langem nach einer Lösung für das Feuerwehrgerätehaus Wahrenberg gesucht. Aller Voraussicht nach wird das bestehende Depot für diesen Zweck ausgebaut. Damit dürften jedoch viele Wahrenberger alles andere als zufrieden sein.

Wahrenberg l Viel Geld hat die seinerzeit eigenständige Gemeinde Wahrenberg in die einstmals gewerblich genutzte Halle gegenüber dem örtlichen Sportplatz investiert. Das Objekt wurde zu einer Mehrzweckhalle für Veranstaltungen unterschiedlicher Größe ausgebaut. Bald war die Halle unter dem Namen Vereinshaus Am Sportplatz bekannt. Auch private Mittel wurden investiert. So entstand unter dem Dach der Halle ein gemütlicher, geräumiger Klubraum, der in besseren Zeiten regelmäßig für private und kommunale Veranstaltungen genutzt wurde. Zudem fanden größere Veranstaltungen in der eigentlichen Halle statt - zum Beispiel Karnevals- und Tanzabende.

Mittlerweile ist die Durchführung größerer Veranstaltungen nicht mehr erlaubt. Dies hat der Landkreis Stendal verfügt, weil in der Halle bestimmte bauliche Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt werden. Genutzt wird das Objekt derzeit nur noch von der Feuerwehr und vom Feuerwehr-Förderverein. Unter anderem fungiert ein Teil der Halle als Ersatz-Gerätehaus, weil das eigentliche Feuerwehrdepot in der Ortsmitte nicht DIN-gerecht ist.

Seit über einem Jahr ist der Verbandsgemeinderat nun auf der Suche nach einer Lösung für das Problem. Besonders intensiv wurde im Bau- und Ordnungsausschuss darüber diskutiert.

Vorschlag der Feuerwehr und des Fördervereins vom Tisch

Die Feuerwehr und der Förderverein hatten ursprünglich vorgeschlagen, das Vereinshaus gemeinsam zu nutzen. Ein Teil des Objekts, so die Idee, hätte zum neuen Gerätehaus ausgebaut werden sollen. Der Förderverein hätte die Bewirtschaftung des Vereinshauses übernommen.

Doch diese Option ist nun offenbar vom Tisch. Der Bau- und Ordnungausschuss wird dem Verbandsgemeinderat vorschlagen, das bestehende Geräthaus DIN-gerecht auszubauen. Die Enttäuschung darüber dürfte bei nicht wenigen Wahrenbergern groß sein. Sie sehen keine Zukunft mehr für ihr Vereinshaus. "Sollte die Entscheidung tatsächlich so kommen, dann ist das meiner Meinung nach Verschwendung von Steuergeldern. Um das bestehende Gerätehaus DIN-gerecht auszubauen, muss erst einmal Gelände dazugekauft werden. Dann müssen große Summen in den Ausbau gesteckt werden. Trotzdem würde der Platz nicht reichen, um viele Dinge unterzubringen. So wäre zum Beispiel kein Platz für das Motorboot. Warum wird nicht ein Teil der Halle umgebaut? Dann wäre es auch problemlos möglich, das Vereinshaus wieder für Veranstaltungen und Feiern zu nutzen. Die Bedingungen dafür sind doch optimal. Sogar eine Fußbodenheizung gibt es in der Halle. Außerdem hat der Förderverein vernünftige Ideen, die Einrichtung auch für Bedürfnisse der Radtouristen zu nutzen", meint Jürgen Tack, Mitglied der Feuerwehr und stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins, gegenüber der Volksstimme.

"Etwas geschaffen, das man uns nun wieder nehmen will"

Und er fügt hinzu: "Wir haben uns als Gemeinde Wahrenberg etwas geschaffen, das man uns nun offensichtlich wieder nehmen will. Wie will man das den Menschen aus dem Ort erklären? Der Verdruss darüber ist sehr groß. In vielen anderen Orten hat man doch auch solche Möglichkeiten!"

Wie der Vorsitzende des Bau- und Ordnungsausschusses, Jens Rozynek, auf Nachfrage ausführt, seien es Kostengründe, die gegen den Ausbau der Mehrzweckhalle sprechen. Trotz des notwendigen Geländezukaufs würde der Ausbau des bestehenden Feuerwehrgerätehauses für die Verbandsgemeinde unterm Strich kostengünstiger sein als ein Umbau und eine dauerhafte Nutzung der Mehrzweckhalle. "Bei einer Umnutzung der Halle müsste die Verbandsgemeinde Seehausen das Objekt übernehmen. Das wäre nicht finanzierbar. Darum hat sich der Bau- und Ordnungsausschuss für den Ausbau des Gerätehauses entschieden. Ich gehe davon aus, dass sich auch der Verbandsgemeinderat so entscheiden wird. Es hat außerdem mehrere Gespräche und auch Vor-Ort-Termine mit der Wahrenberger Wehrleitung gegeben. Die Kameraden zeigten sich mit der von uns favorisierten Variante nicht nur einvestanden, sondern fanden die Lösung sogar gut."

Wie Rozynek weiter ausführt, seien eine Verbreiterung und Verlängerung der Fahrzeughalle und weitere Umbaumaßnahmen in der Vorplanung.