Seehausen l Anfang 2020 wurde das sogenannte Integrierte Gemeinde-Entwicklungskonzept (IGEK) der Verbandsgemeinde Seehausen nach zwei Jahren intensiver Beratung von der Arbeitsgemeinschaft Ländlicher Raum für gut befunden und bestätigt.

Das IGEK ist nicht zuletzt im Zeichen des demografischen Wandels Bestandsaufnahme und Fahrplan für die kommenden etwa 15 Jahre und für nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens und der Daseinsvorsorge von der Kinderbetreuung über den Brandschutz bis zum Tourismus. Es ist aber auch immer mehr Voraussetzung, um an Fördermittel zu kommen. Visionen beziehungsweise Investitionen, die nicht im IGEK erfasst sind, haben immer öfter schlechte Karten auf finanzielle Unterstützung mit Landes-, Bundes-, oder EU-Mitteln (wir berichteten).

Nach den Kommunen ist es jetzt am Landkreis Stendal, sein Kreisliches Entwicklungs-Konzept (KEK) fortzuschreiben. Während Seehausen ein Planungsbüro zur Unterstützung engagierte und das auch gefördert bekam, verfasst die Kreisverwaltung ihr Papier in Eigenregie. Der erste Entwurf ist fertig und zum Download auf den Internetseiten der Behörde zu finden. Das Werk darf und soll von jedem studiert, aber inhaltlich auch kommentiert werden. Sowohl IGEK als auch KEK basieren auf einer sogenannten SWOT-Analyse, die angelehnt ans Englische für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats also für Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken steht.

In der vergangenen Woche hatten die Fachausschüsse das KEK auf der Tagesordnung, bevor der Verbandsgemeinderat eine Stellungnahme verabschiedet, die Lisa Weigelt aus dem Bauamt federführend verfasst hat. Die Wirtschaftsförderin steckt – vorbelastet durch das IGEK – bestens in der Materie. Sie hat das gut 80-seitige Papier gründlich gelesen und dabei durchaus Raum für Anregungen entdeckt.

Demnach würden in der SWOT-Analyse des KEK bei den Schwächen nicht vorhandene Verbindungen im Öffentlichen Personen-Nah-Verkehr (ÖPNV) fehlen. Nachholebedarf gebe es vor allem bei direkten und Länder übergreifenden Anbindungen an die Grund- und Mittelzentren Gartow sowie Wittenberge. Generell wird in dem Papier der Verbandsgemeinde zudem bemängelt, dass es abseits der Schülerbeförderung zu wenig ÖPNV-Angebote gibt.

Darüber hinaus macht Lisa Weigelt geltend, dass es an vielen Kreis- und Landesstraßen zu wenig Radwege gebe. Und in ureigenster Sache sieht sie im KEK das Thema kommunale Wirtschaftförderung zu wenig beachtet.

Die Mitglieder des Seehäuser Verbandsgemeinderates sehen das offenbar auch so. In keinem der Fachausschüsse regte sich Widerspruch.