Seehausen l Der Ausbau der K1020 war eines der Zugeständnisse des Landes an die Verbandsgemeinde Seehausen und die Stadt Seehausen, damit diese ihre Klage gegen den A14-Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Seehausen-Elbquerung fallen lassen, was ja auch geschah. Der Landkreis Stendal soll dabei als Mittler fungieren. Er erhält in Jahresscheiben Geld vom Land, um seine Kreisstraße auf Landesstraßenniveau auszubauen, sodass sie anschließend hochgestuft werden kann. Und zwar am besten, bevor rund um Seehausen die Bagger für die A14 rollen. „Aber garantieren konnten sie uns das damals nicht“, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler). „Es war unser Wunsch.“ Ohne Ertüchtigung der maroden K1020, so fürchteten Stadt wie Verbandsgemeinde, würde man dem vermehrten Verkehrsaufkommen im Rahmen des A14-Baus nicht Herr werden. Nun heißt es offiziell vom Verkehrsministerium: „Der Baustart werde „so wie vereinbart“ parallel zu den Bauvorbereitungen für den A14-Abschnitt zwischen Seehausen und Elbquerung vorbereitet. „Mit der Fertigstellung des A14-Abschnitts wird also auch der Ausbau der K1020 zur L38 fertig sein“, so Tempelhof. Das Ausschreibungsverfahren für den Ausbau der „alten B 189“ soll in diesem Jahr beginnen. Das Verkehrsministerium hat laut Pressereferent Andreas Tempelhof vier Millionen Euro Sonderfördermittel für den Ausbau in den Doppelhaushalt 2020/21 eingestellt. Vom Ministerium gewünscht waren 1,1  Millionen Euro mehr.

Ein Verkehrschaos durch Umleitungsverkehr im Rahmen des A-14-Baus befürchtet man in Magdeburg nicht. „Während der Bauphase des Abschnitts von den Anschlussstellen Seehausen-Nord bis Wittenberge (VKE 3) über die K  1020 sind keine baustellenbedingten Verkehrsumleitungen vorgesehen.“ Vielmehr würden beide Richtungsfahrbahnen der künftigen A 14 unter ständiger Aufrechterhaltung des Verkehrs auf der bestehenden Trasse der B 189 gebaut. „Aus diesem Grund kann ein Ausweichverkehr von der künftigen Autobahnbaustelle ausgeschlossen werden.“

Susanne Bohlander, Seehäuser Stadträtin (Bündnisgrüne/Linke) und Vorsitzende des BUND-Kreisbundes, sieht dies sehr kritisch. „Natürlich wird es Umleitungsverkehr geben. Allein von dem ganzen langsamfahrenden Verkehr.“ Davon ab bedürfe es für den K1020-Ausbau samt Höherstufung zur Landesstraße laut Susanne Bohlander eigentlich ein Planfeststellungsverfahren. „Dort wohnen Leute an der Straße, die sind direkt mit ihren Grundstücken betroffen.“

Mittelfristig sind für das Jahr 2022 für den weiteren Ausbau der K1020 noch einmal rund zwei Millionen Euro vom Verkehrsministerium an Bedarf angemeldet.