Wische l Jetzt erstmal ausruhen, ein bisschen sacken lassen. Und doch ist das Fazit schon gezogen – quasi durchweg positiv. Dabei hielt die dritte „Kultourspur“ durch die Wische auch für die Initiatoren selbst ein Bonbon bereit: Das Freiluftkino im Idener Guts­park mit einem Konzert der Gruppe „Carpenter und Bacon“ vornweg wurde super angenommen: 120 zahlende Gäste. Wer sagt‘s denn!

Nachdem der Wischeverein für seinen eigenen Kulturpunkt bei der zweiten Auflage 2018 weniger Besucher als bei der Premiere 2017 hatte, sagte er sich selbst: Noch ein Versuch, hop oder top! Iden hat top gesagt, ist am Pfingstsonntag mit Stühlen unterm Arm und dem Bollerwagen voller Decken hinterher in den Gutspark gezogen, um einander zu begegnen. „Wir haben uns wahnsinnig gefreut, die Stimmung war klasse“, sagt Kerstin Sasse. „Die Kultourspur ist jetzt wirklich hier angekommen“, formuliert Helmut Sasse, der Vereinsvorsitzende. Es sei während der Rundtour zu schön gewesen, die strahlenden Gesichter der Veranstalter zu sehen.

Zum Beispiel jenes von Sven Mersiowski, federführend bei der „Kultur an der Kirche“ im Seehäuser Gemeindehausgarten. Der Kulturpunkt war eine der Premieren, die Organisatoren freudig überrascht, wie gut er angenommen wurde. „Auch viele Seehäuser waren da, das hat uns gefreut“, sagt Sven Mersiowski, der von einer Wiederauflage spricht. Nicht gleich nächstes Jahr, aber dann. „Es hat sehr viel Spaß gemacht.“ Aber Arbeit, klar, stecke eben auch dahinter.

Viel Freude auch beim Zuckerhallen-Verein über die sehr gut besuchte Ossilesung, beim Kommandeurhaus über den Tanz auf den Tischen zum Konzert von „Black Patti“, beim Arbeitskreis Werbener Altstadt (AWA) über den Ansturm auf das neu eröffnete Café Lämpel, aber auch bei Marieke Schneider (17) in Lichterfelde, die als jüngste der Kultourspur-Teilnehmerinnen gleich mehrere ihrer Zeichnungen verkaufen konnte und am Tag danach nicht anders konnte, als gleich weiter zu zeichnen. Der Neukirchener Ingo Hoffmann alias Hoffi ist dankbar für seine 22 Gäste, die „total diszipliniert“ den dreistündigen Film „50 Jahre Woodstock“ anschauten, der Räbeler Maler Gerhard Seidel vor allem für die Kinder, denen er jeweils sofort Malkreiden in die Hand drückte. Indes hätten sich Käthe Leischke und Torsten Röder aus Dobbrun für ihren Punk-Konzertabend mehr Gäste gewünscht. „Aber wir machen nächstes Jahr wieder mit“, sagte Käthe Leischke, vielleicht mal mit einer anderen Musikrichtung.

In Iden auch strahlende Gesichter beim Agraneum und den Machern des Buxariums. „70 Besucher für unser Nischenthema, das ist viel“, sagt Gisela Rose-Sell von der Deutschen Buchsbaumgesellschaft. Auch der selbst gebackene Kuchen ging gut weg – Wiederholung erwünscht. Aber erstmal sind die Veranstalter der mehr als 30 Kulturpunkte und die Sponsoren für Freitagabend, 28.  Juni, zu einer Dankeschönveranstaltung inklusive Auswertung und gegebenenfalls Diashow mit Bildern der „Kultourspur“ 2019 eingeladen. Zeit und Ort gibt der Wischeverein noch bekannt.