Wische l Es gab zu wenig Herzhaftes zu Essen auf der „Kultourspur“ 2018. Kuchen, viel Kuchen, aber kaum etwas für den richtigen Hunger. Das wäre vermutlich leicht zu lösen, etwa indem sich Gaststätten an der „Kultourspur“ beteiligen, sich Kultur für ihre Räumlichkeiten suchen und etwas Schönes über die tägliche Speisekarte hinaus anbieten. Die Gedanken sind frei. Während der Auswertungsrunde zur „Kultourspur“ auf dem Hof des Wischevereinsvorsitzenden Helmut Sasse waren extra auch die einzelnen Veranstalter der mehr als 30 Kulturorte eingeladen, „damit wir nicht in unserem eigenen Saft schmoren“, so Sasse. Und viele Köpfe bedeuten viele Ideen. So kam etwa der Vorschlag von Tatjana Kisselmann, dass der „Kultourspur“ ein Schirmherr gut stehen würde, reihum sehr gut an. „Wir haben unsere Fühler schon ausgestreckt“, so Sasse am Dienstag.

Vor aller Verbesserung aber erstmal ein Schulterklopfen. Der noch junge Wischeverein sei sehr erfreut, beseelt davon, welche Entwicklung die „Kultourspur“ nimmt. Es ging über Pfingsten erst die zweite Auflage über die Bühne und längst kann von einer Eigendynamik gesprochen werden. „Die Kultourspur ist zum Begriff geworden.“ So berichteten mehrere Veranstalter von Besuchern, die sich zielgerichtet zur „Kultourspur“ auf den Weg gemacht haben, die über Pfingsten die Broschüre nicht losließen. Besucherzahlen sind nummerisch wohl nicht zu fassen. Einige Kulturorte waren schon sehr gut, andere halbwegs besucht. Da setze auch schon eine goldene Regel an, die vielleicht vorher nicht allen Teilnehmern bewusst war: Wer sich an der „Kultourspur“ beteiligt, muss auch selbst in puncto Werbung aktiv werden.

Oder wie Helmut Sasse es schon einmal ausdrückte: „Die Bude ist nicht automatisch voll, wenn man Teil der ‚Kultourspur‘ ist.“ Da sahen einige Reserven bei sich selbst, sprach etwa auch André Bock, der noch frisch gewählte Vorsitzende des Zuckerhallen-Vereins Goldbeck, dass dies im nächsten Jahr anders werden würde. Sogar der Wischeverein selbst, der wiederum zum Kino im Idener Gutspark einlud, möchte zur dritten ‚Kultourspur‘ vor allem die Idener noch mehr aus der Reserve locken. Auch mit ganz banalen Handzetteln in den Postkästen. „Wir bekommen die Rohrbecker Dorfkirche voll, aber erreichen die Leute eines großen Ortes wie Iden nicht, das kann ja nicht sein. Die Atmosphäre im Park ist wunderbar“, so Helmut Sasse. Auch seine Frau Kerstin schwärmte gestern noch davon.

Die Veranstaltung

Die Freitagsveranstaltung soll auch 2019 vom Wischeverein „bespielt“ werden, aber nicht mehr Auftaktveranstaltung heißen. Den Leuten sei so wohlmöglich nicht klar, dass es da schon richtiges Kulturprogramm gibt. Rund 50 Leute fanden sich in der Salzkirche ein, wo neben anderen Programmpunkten die amerikanische Versteigerung eines Acrylbildes von Michela Herbst 320  Euro zur Finanzierung der „Kultourspur“ einbrachte.

Vielleicht könnte das Programmheft für Auswärtige auch mit Infos zu Übernachtungsmöglichkeiten angereichert werden, ist noch eine Idee. Darüberhinaus überlegt der Verein, wie er gerade noch jüngeres Publikum für das Projekt begeistern kann. „Man kann darüber richtig guten Kontakt knüpfen. Es ist toll, um hier anzukommen“, wirbt Sasse.

Dass die „Kultourspur“ zeitgleich mit der Kulturellen Landpartie im Wendland stattfindet, sehe er nicht problematisch. Die „Kultourspur“ sei nochmal etwas anderes und müsse ja am Ende vom Ausmaß her auch händelbar bleiben. „Der Pfingsttermin ist gut, auch wegen der drei Tage“, so Kerstin Sasse. Schon jetzt hätten sich für 2019 auch Interessenten für neue Kulturorte gemeldet. Das sei doch eine schöne Entwicklung. „Die ‚Kultourspur‘ soll organisch wachsen.“ Auch, weil sie für die ehrenamtlichen Organisatoren nicht zum Krampf werden, sondern Freude bleiben soll.

Wer möchte bei der „Kultourspur“ 2019 mit von der Partie sein, selbst einen Kulturort ausrichten oder als helfende Hand mitwirbeln? Kontakt (Sasse) unter Telefon 039390/8 21 42 oder Mail helmut.sasse@wische.de.