Wische l Marianne Nahrendorf hätte gerne mitgetanzt im Losenrader Garten von Susanne Bohlander und Klaus-Peter Piehl. „Barfuß auf dem Rasen, das tut sicher gut, aber wir können das nicht mehr“, sagte die Seniorin aus Osterburg am Sonnabend. Um bei Kaffee und Kuchen gleich hinzuzufügen, wie toll sie das mit der „Kultourspur“ findet. „Ich stelle fest, dass die Menschen doch noch kreativ sind.“ Manchmal habe sie da schon so ihre Zweifel gehabt, „wo alle nur noch die Telefone in der Hand haben“. An der „Kultourspur“ mag Marianne Nahrendorf vor allem, dass so viele Leute dabei sind, „die Gemeinschaft macht‘s“. Der Gartenbesitzerin Susanne Bohlander sprach sie damit aus dem Herzen. „So etwas brauchen wir. Viele wissen nicht, wie schön es hier ist, was es hier alles gibt.“

Die beiden Frauen wiederholten sinngemäß, was am Vorabend schon Helmut Sasse und Horst Blum vom Wischeverein, dem Initiator der „Kultourspur“, in der St. Petrikirche Seehausen geäußert haben. Die „Kultourspur“ soll mit dazu beitragen, dass ein positives Bewusstsein für die Region geschaffen wird. „Sie ist unser bisher größter Coup“, sagte der Vereinsvorsitzende Sasse.

Erst im Dezember entstand die Idee, die „Kultourspur“, wie es sie ähnlich vor Jahren schon einmal gab, als Faden wieder aufzunehmen. Allein, dass sich binnen so kurzer Zeit so viele Teilnehmer fanden, sei doch ein gutes Zeichen. Bisher seien, so sagte Seehausens stellvertretender Bürgermeister Walter Fiedler, derlei kulturelle Blüten in der Wische doch zu kurz gekommen. Zumindest als Gemeinschaftsaktion, wie es die „Kultourspur“ nun ist.

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Viel lobende Worte also, viel Dank an alle, die im und außerhalb des Vereins mitwirken und immer auch der Verweis darauf, dass der Verein noch jung ist und Erfahrungen sammeln muss. So sei etwa die Auftaktveranstaltung zu lang gewesen, „wir werden daraus lernen“, so Sasse. Klingt danach, dass eine Neuauflage geplant ist. Ja, zumindest sei sie doch sehr wahrscheinlich, auch wenn die große Auswertung noch aussteht. „Aber was wir bis jetzt auch von anderen gehört haben, stimmt uns positiv“, so Sasse, der sich ganz besonders darüber freut, dass viele Menschen dem Verein ihre Dankbarkeit zeigen.

Hella und Udo Seidel aus Schönberg sagten am Sonnabend nach der Ausstellungseröffnung in Beuster, dass sie sich jeden Tag auf den Weg machen wollen. Mit dem Fahrrad. „Wir erfahren aus der näheren Umgebung so viele Dinge, die wir vorher nicht kannten“, so Hella Seidel, die sich eine Fortsetzung der „Kultourspur“ wünscht. Zum Willehof konnten die beiden aus zeitlichen Gründen leider nicht, auf ihrer Agenda stand unter anderem noch das Werbener Kommandeurshaus und der Hof Kisselmann in Schönberg, „da müssen wir natürlich hin“.

Die Auswertung der „Kultourspur“ 2017 möchte der Wischeverein gebührend abhalten. Er plant für Sonnabend, 24. Juni, einen Grillabend mit allen Beteiligten.

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